Jersleber See l Grisu ist ein kleiner Drache, der gerne Feuerwehrmann werden wollte. Deshalb ist er das Maskottchen der kleinen Brandbekämpfer. Diesem Drachen ist ein ganzer Tag gewidmet, der Grisu-Tag. Den erlebten etwa 120 Kinder aus elf Kinderfeuerwehren aus der Börde, dem Gebiet des alten Ohrekreises. Zum achten Mal kamen sie deshalb am Jersleber See zusammen. Doch dieses achte Mal war anders. Wettkämpferischer, spaßiger und einem neuen Konzept folgend.

„Wir haben eine Kinder-stafette entwickelt, die für alle Kinderfeuerwehren des Landesverbandes gelten soll“, erklärt Lars Meißner. Er ist der stellvertretende Landesjugendwart und im Harz, in Elend, zu Hause.

Die Börde-Kinderfeuerwehren waren die ersten, die sie ausprobierten. Deshalb kam Lars Meißner aus dem Harz an den Jersleber See, er wollte sehen, wie die Stafette in der Praxis funktioniert. Am Ende sagte er: „Das war ein Erfolg. Wir haben gesehen, dass die Kinder Spaß hatten, als Team die Aufgaben gelöst haben.“

Bilder

Spaß soll es machen

Spaß soll ein wichtiger Faktor sein, aber auch die Vergleichbarkeit. „Nach dieser Wettbewerbsordnung können bald alle Kinderfeuerwehren des Landes zu gemeinsamen Wettkämpfen antreten“, blickt auch Kay Reichert, stellvertretender Verbandsjugendwart optimistisch in die Grisu-Tag-Zukunft.

Der Optimismus der Erwachsenen hat noch einen anderen Grund. „Nach der Verabschiedung des neuen Brandschutzgesetzes sind Kinderfeuerwehren offiziell anerkannt“, freut sich Lars Meißner. Ihre Arbeit ist damit von der Feuerwehrunfallkasse geschützt. Mit diesem Schritt wurde endlich eine Lücke geschlossen.

Die machte Feuerwehren längst zu schaffen. Offiziell durften Kinder erst ab zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eintreten. Zu spät, erkannten Feuerwehren, Zehnjährige haben bereits Vorlieben entwickelt, sei es Fußball oder Schach, waren damit für die Feuerwehr verloren. Also schossen Kinderfeuerwehren wie Pilze aus dem Boden. Und nun endlich sind auch sie richtig vom Gesetz geschützt.

Den kleinen Feuerwehrkindern beim Grisu-Tag sind solche Erwachsenenangelegenheiten herzlich egal. Sie wetteiferten in ihrer Stafette, die ein bisschen wie eine Staffel funktioniert, bei der aber nicht nur gelaufen wird. Die Kinder müssen unterwegs Personen in die stabile Seitenlage bringen, technische Geräte erkennen und beweisen, dass sie Knoten knoten können. Bei all dem wird die Zeit gemessen und für falsch gelöste Aufgaben werden Punkte abgezogen.

Nachbesserungen

Nach diesem ersten Durchlauf der Stafette wird es noch ein paar Nachbesserungen geben. „Wir müssen uns an der Mindestausstattung der Feuerwehren orientieren“, hat Lars Meißner beispielsweise festgestellt. Nicht alle Feuerwehren sind bestens ausgestattet, sodass nicht alle Kinder die neueste Technik kennen können. Dennoch habe sich gezeigt, dass der Wettbewerbscharakter den Kinder sehr viel Spaß gemacht hat. „Manche sind vor Freude herumgehüpft.“ Das bestätigten auch die Betreuer der Kinderfeuerwehren und die Kinder. „Es war echt gut. Das Laufen hat am meisten Spaß gemacht“, grinst der sechsjährige Finley Haase. Aber auch die Bilder den technischen Geräten zuzuordnen, fiel ihm leicht. Die Knoten haben hingegen die älteren Kinder seines Teams übernommen.

Damit ist eines der größten Ziele erreicht. Spaß vermitteln und die Möglichkeit eröffnen, dass jeder im Team das tut, was er am besten kann. Darauf sollen sich die Kinder jedoch nicht ausruhen, das will auch Finley nicht. „Im nächsten Jahr kann ich die Knoten“, ist er überzeugt. Er mag die Feuerwehr sehr gern, so wie Grisu, der kleine Feuerdrache.