Wolmirstedt l In der Gutenberg-Gemeinschaftsschule ist die Abiturstufe gestartet. Der Landkreis setzt nun einiges daran, diese Gymnasialstufe auch zukünftig zu stärken und den Schultausch endlich ins sichere Fahrwasser zu bewegen.  Dafür sollen weitere Schulen mit ins Boot geholt werden. Und das scheint bitter nötig. Doch von vorn:

Die ersten beiden elften Klassen der Gutenberg-Gemeinschaftsschule haben sich gefunden, 44 Mädchen und Jungen wollen nach drei Jahren das Abitur ablegen. Dabei verfolgen sie die vorgegebenen Lehrpläne, die Schule setzt aber auf dem Weg zum Abitur auch auf individualisiertes Lernen. Was es damit auf sich hat, zeigten die Elftklässler auf einem „Markt der Möglichkeiten".

Amy, Frieda, Isabel und Joyce hatten sich dem ökologischen Fußabdruck gewidmet, andere stellten den Russischunterricht sehr bildhaft dar, die nächsten entwickelten Hologramme. „Wir wollen zeigen, wieviel Freude Lernen machen kann", sagte Schulleiterin Regine Albrecht.

Kooperation mit zwei Gemeinschaftsschulen

Die Lernfreude teilten sie mit Schülern zweier weiterer Gemeinschaftsschulen. Mit der Leibniz- und der Barleber Gemeinschaftsschule pflegt die Gutenberg-Gemeinschaftsschule eine Kooperation. Solche Kooperationen sind notwendig, um den Abiturjahrgang an der Gutenberg-Gemeinschaftsschule dauerhaft zu sichern. Der ist nur gewährleistet, wenn sich pro Jahrgang mindestens 50 Schüler dafür entscheiden. Derzeit sind es 44, diese Unterschreitung erlaubt eine Übergangsregelung.

In der nächsten Woche wird sich der Bildungsausschuss des Kreistages in Haldensleben damit beschäftigen, wie die Abiturstufe der Gutenberg-Schule dauerhaft gefestigt werden kann, wie sich die notwendige Schülerzahl sichern lässt. Dazu gibt es zwei Varianten.

Die erste wäre die Fusion der beiden Wolmirstedter Gemeinschaftsschulen „Gutenberg" und „Leibniz". Die stößt wegen der unterschiedlichen Schulkonzepte jedoch auf wenig Gegenliebe, selbst wenn bei einer Fusionierung beide Schulen weitgehend autark in ihren bisherigen Gebäuden weiter agieren könnten.

Die zweite Variante sieht vor, den Schuleinzugsbereich der Niederndodeleber Gemeinschaftsschule um den Schulbezirk der Irxleber Grundschule zu verkleinern. Das heißt, Irxleber Kinder, die ab der fünften Klasse in einer Gemeinschaftsschule lernen wollen, werden demnach in die Gutenberg-Gemeinschaftsschule eingeschult und nicht – wie bisher – in die Niederndodeleber Gemeinschaftsschule.

Platznot müsste behoben werden

Damit soll erreicht werden, dass es bei „Gutenbergs" eine weitere Klasse pro Jahrgang gibt, nämlich drei. Damit ist die Chance größer, dass ausreichend Schüler für den Abiturjahrgang aufwachsen. Derzeit sind nur zwei Klassen pro Jahrgang erlaubt, auch, weil die Schule gar keinen Platz für noch mehr Klassen bietet. Schon jetzt lernen einige Klassen in der Außenstelle, der ehemalgen Harnisch-Schule in der Straße der Deutschen Einheit.

Eine künftige Dreizügigkeit setzt also voraus, dass die Platznot in der Gutenberg-Schule endlich behoben wird. Der Kampf dauert bereits gut sechs Jahre und ist noch immer nicht entschieden.

Nun scheint er allerdings in die Zielgerade einzubiegen, die Sache „Schultausch" scheint voranzukommen. Der Landrat hat die Rahmenvereinbarung dazu unterschrieben, das Papier ist auf dem Weg ins Wolmirstedter Rathaus.  Dort wird es bereits erwartet, dann wird auch Wolmirstedts Bürgermeisterin unterzeichnen.

Die Stadt Wolmirstedt hat ihren finanziellen Anteil von 1,45 Millionen Euro bereits in den Haushalt eingestellt. Der Landkreis muss den Löwenanteil finanzieren, da er die Platznot hat, für seine Gemeinschaftsschule viel mehr Räume benötigt, das Schulgebäude aber der Stadt gehört.

Ist der Schultausch vollzogen, wird die städtische Grundschule in das Haus der Harnisch-Schule ziehen. Die gehört zurzeit dem Landkreis, soll aber hergerichtet werden und an die Stadt übergehen.

Der Bildungsausschuss tagt am Mittwoch, 5. Februar, ab 17 Uhr in der  Johannes-Nathusius-Schule in Lüneburger Heerstraße 22 in Haldensleben.