Wolmirstedt l Die Freude ist groß. Die Projektgruppe „Gestrandeter Zug“ des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums hat gewonnen, und zwar den Margot-Friedländer-Preis der Schwarzkopfstiftung. Der Preis würdigt Projekte, die sich mit dem Holocaust, seiner Überlieferung und Zeugenschaft auseinandersetzen. Zur Preisverleihung am 28. April in Berlin soll Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

In Farsleben gestrandet

Die Projektgruppe arbeitet unter der Leitung der Geschichtslehrerin Karin Petersen seit einiger Zeit daran, die Erinnerungen an den gestrandeten Zug zusammenzutragen und aufzubereiten. Der Zug war am 13. April 1945 vom Konzentrationslager Bergen-Belsen nach Theresienstadt unterwegs, an Bord waren etwa 2500 Juden. In Farsleben ist dieser Zug gestrandet, die Lok wurde abgekoppelt, die Amerikaner kamen, die Menschen wagten sich aus dem Zug. Viele waren geschwächt, litten an Typhus, starben, aber viele haben auch überlebt. Da in diesem Zug viele Kinder transportiert wurden, gibt es noch immer Überlebende. Deshalb kommen Menschen aus aller Welt in die Region, an die Gleise in Farsleben.

Handy-App in Entwicklung

Der Befreiungstag der Zuginsassen jährt sich am 13. April zum 75. Mal. Aus diesem Anlass wird im Museum eine Sonderausstellung eröffnet. Das Preisgeld soll dazu dienen, diese Ausstellung zu erweitern. Die Gymnasiasten wollen eine Handy-App produzieren, eine Art akustischen Ausstellungsbegleiter. Dafür wollen die Schüler Texte einlesen, die per QR-Code geöffnet werden und über Kopfhörer zu hören sein sollen, in deutscher und englischer Sprache.