Wolmirstedt l Es war nur eine kleine Frage an die Verwaltung, die große Unruhe im Stadtrat entfachte. Stadtratsmitglied Hans-Rüdiger Lautner fragte, ob es ein Stadtfest iin 2020 gebe und wer die Organisation übernehme. Die Antwort: Es gibt Gedanken und Ideen – aber auch ein finanzielles Debakel.

„Es gibt noch keine konkrete Entscheidung, aber wir müssen uns über diese freiwillige Ausgabe Gedanken machen“, antwortete Bürgermeisterin Marlies Cassuhn (parteilos). Sie wies auf ein fast eine Million Euro großes Loch hin, dass im Jahr für den Stadthaushalt zu erwarten ist.

Dabei handelt es sich zum einen um 400.000 Euro für die Kreisumlage, die jährliche Abgabe der Kommunen an den Landkreis Börde. Hierbei handelt es sich um einen geschätzten Wert. Außerdem erhält die Stadt etwa 500.000 Euro weniger Zuweisungen. „Wir haben einen schlechteren Start 2020“, bestätigt Marko Kohlrausch, Fachdienstleiter Finanzen.

Stadtrat muss entscheiden

„Wir müssen deshalb über die 30.000 Euro, die das Stadtfest in etwa kostet, eine ernste Diskussion führen“, sagte Marlies Cassuhn im Stadtrat. Ihr sei bewusst, dass man nicht warten könne, bis der Haushalt 2020 verabschiedet sei – entscheiden müsse das jedoch der Stadtrat. „Wenn es aus finanziellen Gründen kein Stadtfest geben wird, müssen wir das der Öffentlichkeit mitteilen und auch erklären“, sagte Hans-Rüdiger Lautner, nachdem aufgrund der Neuigkeiten Unruhe im Stadtrat aufgekommen war. Sei dem nicht der Fall, müsse demnächst mit den Planungen begonnen werden, „sonst läuft uns die Zeit weg“.

Stadtratsvorsitzender Heinz Maspfuhl gab dieser Meinung recht: „Wenn man zu spät mit den Planungen beginnt, bekommt man keine vernünftigen Künstler mehr.“ Die Stadt habe selbst in der Konsolidierungsphase, bei der kurzfristige Schulden in langfristige Schulden umgewandelt werden, jedes Jahr ein Stadtfest gefeiert. Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass es in dieser Woche weitere Informationen zu den Planungen geben werde.

Die Organisation für so ein großes Fest beginnt meist ein Jahr zuvor – Künstler müssen gebucht, Schausteller angefragt und zahlreiche kleine Dinge organisiert werden. Im vergangenen Jahr bildete die Stadt eigens für die 1010-Jahr-Feier einen Arbeitskreis, der die Veranstaltung mit viel Zeit, Herzblut und Energie auf die Beine stellte.