Loitsche l Die Planungen für einen Deich südöstlich von Loitsche laufen schon seit längerer Zeit. Am Montag stellten Vertreter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) sowie des beauftragten Planungsbüros Ingenieurgemeinschaft Thiel (IGT) die Planungen für das Bauwerk vor, dessen Kosten mit rund fünf Millionen Euro veranschlagt werden.

„Die Vorzugstrasse für den Deich wird derzeit ausführungsreif geplant. Außerdem werden die erforderlichen Genehmigungen eingeholt“, informierte Stefan Großmann, Projektverantwortlicher beim LHW über den aktuellen Projektstand.

„Die archäologischen Untersuchungen fanden bereits im Herbst 2017 statt. Durch die Archäologen wurde Baufreiheit erteilt“, so Großmann weiter. Durch die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt sei auch der notwendige Grunderwerb abgeschlossen worden.

Für das Deichbauwerk sei extra ein landespflegerischer Begleitplan erarbeitet worden. Derzeit prüfe der Landkreis Börde die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Aktuell seien notwendige Leitungsumverlegungen der Schwerpunkt. So kreuzen Gas-, Trinkwasser- oder Telekomleitungen das künftige Baufeld. Auch eine Brauchwasserleitung des Kaliwerkes Zielitz muss umverlegt werden. Selbst die Hochspannungs-Freileitung ist betroffen. Sie soll unter dem Deichbauwerk als Erdkabel geführt werden.

Kreisstraße 1170 muss angehoben werden

Über weitere Einzelheiten beim Bau des Schutzdeiches am linken Ohreufer informierte IGT-Chef Andreas Thiel. „Für den Deich muss die Kreisstraße 1170, die Heinrichsberg und Loitsche verbindet, angehoben werden, damit sie über die Deichkrone führt.“

Die Heinrichsberger Straße kann künftig nicht mehr für den durchgängigen Fahrzeugverkehr genutzt werden. Lediglich Radfahrer und Fußgänger können sie noch nutzen.

Der Deich soll unweit des Telekom-Grundstückes beginnen und erstreckt sich über rund 1,4 Kilometer Länge bis zur Loitscher Triftstraße. „Die Deichhöhe wird einen Meter über dem Hochwasserscheitel des Jahres 2013 liegen. Bei den zugrunde liegenden Modellrechnungen des LHW wurden auch 30 Zentimeter Bergsenkungen eingeplant“, machte Andreas Thiel deutlich.

Die Planer mussten auch den Seegraben berücksichtigen, der künftig zwischen dem Deich und dem Dorf liegen wird. Vorgesehen sind zwei Siele, durch die das Wasser fließen kann. Dabei handelt es sich um Rohre mit einem Durchmesser von 1,20 beziehungsweise 1,40 Metern, die abgeschiebert werden können. Die Dimension des Deiches wird bei der so genannten Deichauflageläche deutlich. So ist die Hochwasserschutzanlage am Fuß zwischen 30 und 50 Meter breit.

Auf der Deichkrone wird es einen Kontrollweg in Bitumenausführung geben. Außerdem ist auf der Landseite ein Deichverteidigungsweg, eine so genannte Berme, vorgesehen. Rund 100.000 Kubikmeter Schüttgut werden für den Deichbau benötigt.

Arteserbrunnen bereiten Kopfzerbrechen

Probleme könnte im Hochwasserfall landseitig das Wasser aus den artesischen Brunnen in Loitsche oder vom Ramstedter Mühlgraben bringen. Das muss über den Deich geleitet werden. „Wie das geschehen wird, ist noch nicht hundertprozentig entschieden“, informierte Stefan Großmann. So gebe es eine Variante mit mobilen Pumpen oder eine weitere mit einem stationären Schöpfwerk.

Für die notwendigen Baustelleneinrichtungen und Zwischenlager für Schüttgut wird eine Fläche von rund 2000 Quadratmetern benötigt.

Die Experten informierten den Gemeinderat und die an der Ratssitzung teilnehmenden Bürger auch über die geplanten Bauzeiten. So soll mit den notwendigen Leitungsumverlegungen bereits im August dieses Jahres begonnen werden. Der Beginn für das eigentliche Deichbauwerk ist für Mai 2019 vorgesehen. Das eventuell zu errichtenden Schöpfwerk könnten von Mai bis Oktober 2020 gebaut werden. Wenn alles planmäßig verläuft, dürfte der Deich im November 2020 fertiggestellt sein.