Wolmirstedt l Ein gutes Dutzend Jugendlicher im Alter von 15 bis 20 Jahren (und älter) haben Quartier im Bildungs- und Freizeitzentrum in der Triftstraße bezogen. Alle eint ein Ziel: Sie möchten den Grundkurs erfolgreich abschließen und sich Voraussetzungen für eine gute und offene Kinder- und Jugendarbeit aneignen. Die Teilnehmer werden das Erlernte, dann als qualifizierte Gruppenleiter, später in ihren Vereinen, in Bildungs- oder Ferienmaßnahmen anwenden können.

Pädagogin Renate Kriegel leitet den Kurs. Der ist reich an Themenvielfalt, berichtet Renate Kriegel. „Wir vermitteln unseren künftigen Gruppenleitern zum Beispiel psychologisch-pädagogische Grundlagen, schulen sie in methodischer Arbeit und führen sie in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ein.“ Sie erlernen Leitungstile, außerdem gehören ein erlebnispädagogisches Umfeld, Kommunikationsübungen und ein Planspiel dazu, verrät die Pädagogin. „Es geht um das Selbstverständnis des Gruppenleiters. Spontanes Handeln als auch das Erkennen schwieriger Situationen gehören ebenfalls dazu.“

Christian Schulz, er ist aus Burg zum Lehrgang angereist, möchte das Erlernte für seine Arbeit mit jungen Mitgliedern des Technischen Hilfswerkes (THW) anwenden. Positiver Effekt sei, dass mit dem Erlangen der Jugendleiter-Card auch eine finanzielle Förderung von ganz unterschiedlichen Freizeitmaßnahmen ermöglicht und so die Arbeit des THW begünstigt werde, so Christian Schulz.

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Jugendliche ehrenamtlich beschäftigt

Andere anwesende Jugendliche sind bereits im Ehrenamt zum Beispiel in Kirche und Sportvereinen unterwegs. Philipp Neugebauer aus Schönebeck will das Erlernte in die Arbeit mit seinem Fußballverein einbringen. Er studiere Pädagogik und verfüge daher über Vorkenntnisse, die er nun um die Lehrgangsinhalte erweitern wolle, sagt Philipp Neugebauer.

Khaled Trabulsi, der die Leipniz-Schule in Wolmirstedt besucht, sieht die Grundausbildung als gute Basis für seine spätere berufliche Laufbahn. Der junge Syrer möchte nach seinem Schulabschluss nämlich Erzieher werden. Er hat seinen Kumpel Hassan Haji Esmael, ebenfalls Syrer, zur Ausbildung mitgebracht. „Wir haben uns hier kennengelernt und wollen uns weiterbilden“, berichtet Khaled.

Das Integrationsbündnis Wolmirstedt unterstütze die Juleica-Ausbildung für die beiden jungen Männer, denn sie bringen sich aktiv ins gesellschaftliche Leben ein, macht Renate Kriegel deutlich. Am Ende des Tages ist Zeit zum Austausch mit Gleichgesinnten und zum gemeinsamen Fachsimpeln.

Die Jugendleiter-Card ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit. Sie diene zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber. Zusätzlich solle die Juleica auch die gesellschaftliche Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement zum Ausdruck bringen, macht Renate Kriegel deutlich.

Das Integrationsbündnis trifft sich am heutigen Donnerstag um 18 Uhr zum Quasselcafé im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne.