Wolmirstedt l Wer von der Krabbelgruppe nichts weiß, findet sie schwer. Dabei kommen junge Eltern schon lange in der ersten Etage der Julius-Bremer-Straße 3 zusammen. Mal mehr, mal weniger. Meistens eher weniger. „Wir wollen unser Angebot bekannter machen“, sagt Maria Spelsberg, „willkommen ist jeder.“

Die Sozialarbeiterin betreut diesen Treff. „Wir essen, quatschen, die Kinder lernen sich kennen und werden auf das Miteinander in der Kita vorbereitet.“ Dieses Angebot weiß Maram Lolo zu schätzen. Die junge Frau ist vor zwei Jahren aus Syrien gekommen und inzwischen Mutter der kleinen Layan. „Hier kann Layan mit anderen Kindern spielen und ich komme mit deutschen Leuten zusammen.“

Ähnlich empfindet Edda Richter, die mit ihrer kleinen Sara Aisatou in der Runde sitzt. „Es ist schön hier. Man kommt mal raus und lernt neue Leute kennen.“ Wer kleine Kinder zu Hause betreut, habe nicht immer ausreichend Kontakt zu anderen Erwachsenen, manchmal fehle jungen Eltern der Austausch, deshalb sind solche Treffen ein wichtiges Angebot, weiß Maria Spelsberg.

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Die Treffen werden von allen gemeinsam vorbereitet, jeder bringt Speisen mit, am Mittwoch gab es Brötchen und Pellkartoffeln mit Quark. „Etwas Besonderes ist es, wenn syrische Frauen ihre traditionellen Speisen auf den Tisch stellen“, sagt Maria Spelsberg. Von der Vielfalt zeigen sich auch Edda Richter und die anderen beeindruckt.

Die Krabbelgruppe läuft unter dem Dach des Kinderschutzbundes. Dessen Mitarbeiterin Sarah Schmidt kommt ab und an in die Runde. Die Räume stellt die Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft (WWG) zur Verfügung, der Kinderschutzbund bezahlt nur die Betriebskosten. „Das hilft uns sehr“, sagt Sarah Schmidt, „denn wir nutzen die Räume auch für den begleiteten Umgang mit Kindern.“ Begleiteter Umgang heißt beispielsweise, dass Kinder, die in Pflegefamilien leben, ihre leiblichen Eltern im Beisein von Sarah Schmidt treffen. Manchmal kommen auch Kinder mit dem Elternteil zusammen, bei dem sie nicht leben, dem sie nur unter Aufsicht begegnen können. „Diese Aufgabe hat uns der Landkreis übertragen.“

Die WWG stellt der Krabbelgruppe die Wohnung in der Julius-Bremer-Straße schon seit sieben Jahren zur Verfügung. Als Marlies Schünemann, die Vorstandsvorsitzende des Kinderschutzbundes, nach Räumen in Wolmirstedt fragte, wurden ihr diese Räume angeboten. In diesem Zusammenhang lag es nahe, die Krabbelgruppe zu „adoptieren“.

„Wir haben das ehemalige Mieterbüro gerne gegeben“, sagt WWG-Chef Gerhard Thiede, „weil wir ein Herz haben für Leute, die anderen Leuten helfen.“ Demnächst werden die Fenster erneuert.

Der Börde-Kreisverband des Kinderschutzbundes ist im Haldensleber Waldring 113 f ansässig.