Barleben l Der Weg der Erinnerung ist ein Projekt, welches schon seit etlichen Monaten verfolgt wird. Dieser Weg soll nach und nach angelegt werden – rund um die Kirche St. Peter und Paul in Barleben (Volksstimme berichtete).

Dazu nimmt die Kirchengemeinde Grabsteine entgegen, wenn die Liegezeiten auf dem Friedhof abgelaufen sind und die jeweiligen Nachfahren die Gräber einebnen lassen. Danach können diese dann Verwendung für das Projekt finden. „Allerdings haben wir immer wieder Nachfragen, wie das Transportproblem gelöst werden kann“, sagt Pfarrer Johannes.

Sowohl Kirchengemeinde wie auch die Gemeinde Barleben übernehmen diese Aufgabe nicht. Das hat allein schon mit der notwendigen Haftung für einen solchen Transport zu tun. Wird nämlich so ein Grabstein auf dem Weg beschädigt, dann wäre es durchaus möglich, dass jemand für einen eventuellen Schaden aufkommen müsste. Dem gehen beide Seiten auf diese Weise aus dem Weg.

Das bestätigt auch der Pressesprecher der Gemeinde Barleben, Thomas Zaschke. „Über den Vorgang an sich gibt es eine Vereinbarung zwischen Gemeinde und Kirchengemeinde“, sagt er. „Darin wird eindeutig aufgeführt, dass der Transport der Grabsteine von den jeweiligen Angehörigen selber zu organisieren ist.“ Außerdem seien Informationen, möglichst über den Stammbaum des Verstorbenen, an die Kirchengemeinde zu geben.

„Die Angehörigen sind also gefragt, die sichere Überbingung der Grabsteine zu organisieren“, erklärt der Pfarrer. „Sicherlich können wir da eine geeignete Adresse benennen, um den Transport zu ermöglichen.“ Dieser sei über eine Privatperson möglich. Dabei handele es sich dann aber um eine Übereinkunft zwischen dieser und dem jeweiligen Auftraggeber. Der Punkt mit der Auskunft zum Verstorbenen, der auf dem Grabstein verewigt wurde, ist dem Pfarrer durchaus wichtig.

„Es geht darum, dass wir Informationen über den jeweiligen Menschen bekommen“, erklärt Johannes Könitz. Somit sei sein Wirken, gerade in Barleben besser nachzuvollziehen. Außerdem ließe sich eine mögliche Zuordnung zu schon länger in dem Dorf ansässigen Familien herstellen. Der Weg der Erinnerung lebe schließlich auch von den Geschichten, die über die Menschen zu erzählen sind.

Auf dem Pfad begegnet der Besucher bei einem Rundgang schon jetzt nicht nur Grabmalen, sondern auch der Kirchenglocke Ilse, die hier ihren Platz in einem hölzernen Glockenstuhl erhalten wird. „Weiter führt der Weg an einem Insektenhotel vorbei zum Luther-Apfelbaum und später einem Pavillon“, beschreibt Könitz. „Die Einbeziehung unseres Kirchencafés ist ebenfalls denkbar.“