Groß Ammensleben l Die Sanierung der ehemaligen Klosterkirche „Sankt Peter und Paul“ in Groß Ammensleben rückt in greifbare Nähe. Werden auch die erhofften Mittel aus dem EU-Förderprogramm „Leader“ noch bewilligt, könnten die Arbeiten Ende Mai beginnen. Darüber berichteten die beauftragte Architektin Sina Stiebler sowie Kurt Scholtissek von der Unteren Denkmalschutzbehörde bei einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend.

Dabei erklärten sie, welches Gestaltungskonzept ihnen bei der Erneuerung des Innenraumes vorschwebt. Das Stichwort lautet „dezent“. Zum Anstrich kommen sollen nach Vorstellung der Planer Weiß- und Sandsteintöne. Nach einem früheren Vorbild wurde anhand eines Farbtestes zwar auch geschaut, wie ein bunter Anstrich der sogenannten „Rippen“ im Kirchenschiff wirken konnten. Um den Blick jedoch nicht vom Altar abzulenken, erklärte die Architektin, werde empfohlen, bei der Auswahl der Töne monochrom, also einfarbig zu bleiben.

Besucher sollen sich wohlfühlen

Ihrer Aussage nach gebe es auch eine „Lebendigkeit im Spektrum des Farbtons Weiß“. Die Schriftzüge an der Decke der Kirche sollen laut Kurt Scholtissek auch nach der Sanierung zu sehen sein, „aber nicht in dem dominanten Schwarz“, sagte er. „Die Grundsatzentscheidung muss Ihnen gefallen, Sie sind öfter hier als wir. Sie müssen sich hier wohlfühlen können“, sagte die Architektin zu den Besuchern.

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Zu den geplanten Änderungen gehört auch, dass die Sitzreihen weiter nach vorn Richtung Altar rücken sollen. Dadurch jedoch würde es wegen der Treppe zur Kanzel an dieser Stelle eng werden. Kurt Scholtissek ermunterte die Groß Ammensleber, Lösungsvorschläge einzubringen, falls jemandem etwas einfällt. Bezüglich der Beleuchtung – momentan bringen nur nackte Glühbirnen Licht ins Kirchenschiff – verwies der Denkmalschutzbeamte darauf, dass dies Sache des Kirchenvorstandes sei.

Der mit einem Glasgranulat verfüllte Schacht, den Bauarbeiter Anfang des vergangenen Jahres entlang der Innenwände aus dem Boden gehoben hatten, solle offen bleiben. Der Schacht sei gebaut worden, um die feuchten Wände „atmen“ lassen zu können. Feucht werde es in der Kirche „Sankt Peter und Paul“ immer sein, sagten die Planer. Jedoch solle ausschließlich atmungsaktive Farbe angebracht werden. Womit der Schacht entlang der Innenwände im Zuge der Sanierung gefüllt werden sollen, sei noch offen.

Knapp 350000 Euro Kosten

Die Kosten für die geplante Sanierung belaufen sich auf etwa 347000 Euro. Die Verantwortlichen hoffen auf Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 180000 Euro.

Von den Farbtests in dem ehemaligen Benediktinerkloster können sich die Besucher des Osterkonzertes des ökumenischen Chores am heutigen Sonnabend, 16. April, ein Bild machen. Ab 17 Uhr sollen unter der Leitung von Michael Löderbusch Vokalisten und Instrumentalisten mit Werken von Johann Pachelbel, Christoph Ebeling, Cesar Franck, John Rutter und vielen anderen zu hören sein. Der Eintritt ist frei.