Jersleben l Alles begann mit Blickkrämpfen. Thorsten Theeks Augen verdrehten sich unwillkürlich nach oben, ohne dass er etwas dagegen tun konnte, erinnert sich der Jersleber. Was dann begann, war ein Ärztemarathon. Der Weg führte den damals 28-Jährigen 1987 zunächst zum Augenarzt, dieser überwies ihn an einen Neurologen. Bei einer Computertomografie in Berlin schlossen die Ärzte dann einen Tumor im Gehirn aus. Was ihm fehlte, war aber noch immer unklar. Auch eine Blutuntersuchung im damaligen West-Berlin ergab nichts. „Wir haben alles abgeklopft“, erinnert sich Elke Theek. Sie war schon damals immer an der Seite ihres Mannes.

Eine Neurologin in Magdeburg stellte schließlich die richtige Diagnose: Thorsten Theek leidet an Parkinson, auch unter dem Begriff Schüttellähmung bekannt. Es handelt sich um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der Nervenzellen nach und nach absterben. Zu den typischen Symptomen gehören Bewegungsstörungen – die Bewegungen der Betroffenen sind oft verlangsamt, sie zittern, haben eine instabile Körperhaltung, und ihre Muskeln versteifen sich. Heilbar ist Parkinson bisher nicht. Die tückische Krankheit schreitet schleichend voran, sagt Elke Theek, Medikamente können den Prozess nur verlangsamen.

Richtige Dosis ist Gratwanderung

Seit der Diagnose wurden die Arzneimittel, die ihrem Mann helfen sollen, zunächst alle drei Jahre neu eingestellt. „Die Zeitabstände haben sich immer mehr verkürzt“, erklärt die Jersleberin. Die richtige Dosis an Medikamenten zu nehmen, damit die Beschwerden eingedämmt werden, und sich gleichzeitig die Nebenwirkungen im Rahmen zu halten, sei eine Gratwanderung, sagt Elke Theek.

Früher arbeitete Thorsten Theek als Bauingenieur in Magdeburg und spielte sehr gut Klavier, erinnert sich seine Frau. Wegen seiner Krankheit gehört dies jedoch schon lange zur Vergangenheit. Inzwischen hat er den Pflegegrad 2. Die größten Probleme, mit denen der Jersleber aktuell zu kämpfen hat, seien sein fehlendes Gleichgewicht und Schluckbeschwerden. „Er stürzt häufig und verschluckt sich. Deshalb möchten wir, dass er nicht so viel alleine ist und beim Essen jemand dabei ist“, erklärt seine Frau. Im schlimmsten Fall könnte er bei den Mahlzeiten sonst ersticken.

Wöchentlich bei Pflegeeinrichtung

Seit Juni 2018 besucht Thorsten Theek deshalb dienstags und mittwochs eine Tagespflegeeinrichtung in Jersleben. Abgesehen davon, dass er dort der jüngste Gast sei, fühle er sich dort sehr wohl, sagt Ehefrau Elke. Er wird morgens abgeholt und nachmittags wieder zurück nach Hause gebracht. Vor Ort nimmt er an verschiedenen Therapieangeboten teil, beispielsweise Gedächtnistraining oder Gymnastik. An den anderen Wochentagen kümmern sich Elke Theek und der gemeinsame Sohn um den kranken Vater.

Nun stehe der Betreuungsplatz jedoch unerwartet auf der Kippe, weil die Pflegeeinrichtung aufgrund zu weniger Gäste möglicherweise bald schließt, erklärt Elke Theek. Vorsorglich telefoniert sie deshalb zur Zeit andere Tagespflegedienste in der Umgebung nach freien Plätzen ab, um ihren Mann auch in Zukunft in guten Händen zu wissen, wenn sie arbeiten ist. Bisher jedoch ohne Erfolg, sagt die Jersleberin und hofft, dass sich doch noch eine Lösung findet.