Zielitz l Noah-Benedikt kann es nicht verstehen: An seinem Moped, welches er wochentags vor dem Gymnasium abstellt, haben sich Unbekannte zu schaffen gemacht. „Davon, dass einmal Blinker abgebrochen oder Sitzbänke aufgeschlitzt wurden, habe ich schon gehört“, sagt der 16-Jährige. Hier seien jedoch die Täter gezielt vorgegangen und hätten die Technik demoliert. Ein Bolzen, der den Motorblock hält, ist so bearbeitet worden, dass er sich von selbst lösen kann“, sagt Noah-Benedikt. Am Nachmittag steigt er auf seine Simson und fährt los. Kurz vor seinem Ziel, dem Friedensring in Zielitz, stoppte Noah-Benedikt sein Moped. „Ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.“ Wäre er weitergefahren, hätte der Motorblock abreißen können und er wäre gestürzt.

Ein paar Tage zuvor hätte bereits eine Schelle am Auspuff gefehlt. „Das habe ich gleich gemerkt, als ich nach der Schule losfahren wollte. Die Simson klang gleich ganz anders.“ Einfach nur abgefallen sein, konnte sie wohl nicht, denn nirgends auf dem Schulparkplatz sei das fehlende Teil zu finden gewesen. Die Unbekannten hätten die Halterung für den Auspuff wohl mitgenommen.

Mutter ist sehr besorgt

Noah-Benedikts Mutter, Lehrerin an der Grundschule in Zielitz, ist sehr besorgt: „Ich kann ihn in Zukunft auf keinen Fall ruhigen Gewissens mit dem Moped zum Gymnasium fahren lassen“, sagt Claudia Hahn. Noch am selben Tag wurde die Polizei informiert.

Matthias Lütkemüller, Sprecher des Polizeireviers Börde in Haldensleben, sieht in der Beschädigung des Mopeds eine Straftat. „Normalerweise wird der ordnungsgemäße Zustand der Fahrzeuge durch den TÜV geprüft. Ob technische Anlagen, wie beispielsweise das Licht funktioniert, kann der Fahrzeugführer selbst kontrollieren“, sagt Lütkemüller. Aber wenn auf diese Weise ein Moped manipuliert werde, sei dies für den Fahrer nicht sofort sichtbar. Der Polizeisprecher hält die Tat für einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, bei dem die Gesundheit des Fahrzeugführers gefährdet wurde. „Meines Wissens hat es eine solche Tat vor einer Schule noch nicht gegeben.“ Auch Vandalismus oder Fahrraddiebstähle kämen nach seinen Erkenntnissen nicht öfter vor als im gesamten Landkreis. Einen Vorfall wie diesen habe es noch nicht gegeben. „Das ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Matthias Lütkemüller.

Keinen Verdacht

Einen Verdacht hat Noah-Benedikt nicht. Er glaube nicht daran, dass der Täter im Gymnasium zu finden wäre. Er habe ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Mitschülern, werde von allen respektiert.

Klaus Hahn vermutet hinter der Tat gegen seinen Sohn einen besonderen Grund: „Noah-Benedikt ist in der Region kein Unbekannter. Er hat sich im Alter von neun Jahren mit dem Saxophonspielen begonnen. Jetzt beherrscht er das Instrument virtuos. Inzwischen hat er schon mit namhaften Musikern auf der Bühne gestanden.“ Es sei nur logisch, dass von einem 16-Jährigen ein solcher Erfolg mit vielen geteilt werde. Noah-Benedikts Vater könne sich vorstellen, dass auch Neid und Missgunst die Unbekannten zu dieser Straftat getrieben hätten.