Groß Ammensleben l So liegt diesem eine weitere und noch bessere touristische Vermarktung der alten Klosterdomäne sehr am Herzen. Zwar herrschen jetzt im Land Sachsen-Anhalt noch die Beschränkungen zur Corona-Pandemie vor, doch der Ortschaftsrat denkt schon weiter.

Ort gehört zur Straße der Romanik

„Zur Aura des Ortes gehört, dass wir mit ehemaliger Klosterkirche St. Peter und Paul sowie der Domäne erster Besichtigungsort auf der Nordroute der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt sind. Damit ist Groß Ammensleben in das europäische Romaniknetzwerk eingebunden“, erklärt Ortsbürgermeister Rüdiger Pfeiffer. Demzufolge stelle einerseits die Gestaltung des Ensembles Kirche–Domäne, bis hin zum Schäfertor, im Zusammenhang mit der beginnenden Kita-Bebauung eine Herausforderung dar und andererseits müsse es um eine weitzielende attraktive Werbung für die äußeren und inneren Werte der Sehenswürdigkeiten gehen, so Pfeiffer.

Interesse der Besucher ist vorhanden

Die ersten Anmeldungen von Wander- und Fahrradgruppen liegen bereits vor und immer wieder sprechen sich Besucher begeistert über das Ensemble aus. „In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, dass das Info-Zentrum geöffnet ist und dass der von Bettina Behns redigierte Kulturspiegel auch als Amtsblatt das Leben in der Gemeinde Niedere Börde widerspiegelt.“ Pfeiffer geht es dabei darum, vor allem kräftig die Werbetrommel für die Region und ihre Sehenswürdigkeiten zu rühren. Selber hat er schon erste Schritte in die Wege geleitet. So erstellte er einen Eintrag bei der Online-Plattform Wikipedia über Groß Ammensleben.

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Hochzeitsstube ist neu eingerichtet

„Erfreulicherweise konnten ein paar Trauungen in der neu eingerichteten Hochzeitsstube auf der Domäne durchgeführt werden und weiße Tauben aufsteigen“, erzählt er. „Das ist auch ein Beitrag, um die Region bekannter zu machen und auf die Möglichkeiten zu verweisen, die wir hier vor Ort haben.“ Es sei wünschenswert, dass sie mehr junge Menschen auch in Groß Ammensleben das Ja-Wort geben und die entsprechenden Voraussetzungen dafür angeboten würden.

Ein besonderer Fall, der auch die touristische Variante unterstützt, war der überraschende Fund eines Wappensteins vom Abt Beda Litze, der Ende des 18. Jahrhunderts auch die Schauseite des Schäfertores mit Stifterfiguren und Kartusche über der Einfahrt repräsentativ gestalten ließ. Durch Zufall hatte Frank Wapenhans den Inschriftenstein entdeckt und Frau Monika Kulas hat ihn für die historische Ausstellung im Info-Zentrum an der Straße der Romanik zur Verfügung gestellt. Letztendlich beschäftigen sich die in Groß Ammensleben ansässige Kulturhistorische Gesellschaft sowie der Förderverein historische Klosterkirche mit der Geschichte des Klostergutes und leisten damit ihren Beitrag zur weiteren touristischen Erschließung. Neue Erkenntnisse über die Historie der Domäne werden nämlich nicht nur in der Region, sondern weit darüber hinaus wahrgenommen.

AM Schäfertor wird gearbeitet

Seit sechs Jahren möchte übrigens die Kulturhistorische Gesellschaft das Schäfertor – welches den nördlichen Zugang zur Domäne darstellt – sanieren. „Wir sind da tatsächlich seit etwa 2015 dran“, sagt Rüdiger Pfeiffer. Die verwendbare Summe beläuft sich inzwischen auf 18 500 Euro. Damit soll der Durchgang erstmals wieder ermöglicht werden und zwar für Fußgänger und Radfahrer. Das alles soll sogar barrierefrei erfolgen. Seit etwa 20 Jahren war die Passage hier so nicht mehr möglich.

„Vielleicht findet sich für das Gebäude an sich noch ein neuer Nutzer, der es mit Leben erfüllen kann“, hofft der Ortsbürgermeister. Das wäre ein weiterer Schritt, die Domäne attraktiver zu machen. Es gebe auch Überlegungen, die alte Mühle, zwischen Info-Center und Mühlenteich, zu sanieren.