Wolmirstedt l Zudem muss sich die WWG am Markt behaupten und prägt außerdem das Stadtbild. Wie sieht die Zukunft aus? Am liebsten möchte WWG-Geschäftsführer Klaus Jaenecke viel mehr Menschen nach Wolmirstedt locken. Deshalb wirbt Wolmirstedts kommunales Wohnungsunternehmen nun auf einer großen Leuchttafel im Magdeburger Norden. Die Botschaft lautet: Zehn Kilometer in zehn Minuten. Solange braucht es mit dem Auto von Magdeburgs Stadtrand bis nach Wolmirstedt. „Wolmirstedt ist ein Diamant“, ist Klaus Jaenecke überzeugt, „hier lässt sich gut leben, auch wenn man in Magdeburg arbeitet.“ Die WWG stelle gern Wohnungen bereit.

Häuser werden Stück für Stück herge

Damit sich Mieter wohlfühlen und bestenfalls noch mehr dazukommen, werden die Häuser Stück für Stück hergerichtet. Aktuelle Großbaustelle ist die Samsweger Straße 60, das Haus gegenüber der Augenarztpraxis. Mitte des Jahres sollen dort Mieter einziehen, dann stehen 16 Zweiraumwohnungen samt Balkonen und Aufzug zur Verfügung. Das Interesse ist riesengroß.

Aufzüge sind für Mieter längst ein Kriterium geworden, sich für oder gegen eine Wohnung zu entscheiden. Das spürt auch die WWG. Gut 15 Prozent der 1500 WWG-Wohnungen stehen leer. Besonders obere Wohungen der Fünfgeschosser ohne Aufzug sind nicht mehr gefragt.

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Samsweger Straße 68 bis 73 ist nächstes Objek

Deshalb wird auch das nächste Sanierungsobjek Aufzüge bekommen, der Fünfgeschosser Samsweger Straße 68 bis 73. Die Wohnungen sind dann barrierearm erreichbar, lediglich eine sogenannte halbe Treppe müssen Mieter noch in Kauf nehmen. „Uns ist es wichtig, dass Menschen bis ins hohe Alter in unseren Wohnungen leben können“, sagt Klaus Jaenecke.

Baubeginn in diesem Fünfgeschosser, Samsweger Straße 68 bis 73, der in Sichtweite des Rathauses steht, soll noch in diesem Jahr sein. Neben den Aufzügen soll das Haus neue Steigleitungen, Wohnungstüren, eine neue Fassade und Balkone bekommen. Die Balkone sollen sogar größer werden, als beim gerade fertig sanierten Block in der angrenzenden August-Bebel-Straße.

Weiter geht es mit den Nummern 61 bis 67

Anschließend wird die WWG den Blick um die Straßenecke lenken und sich den Eingängen Samsweger Straße 61 bis 67 widmen, ebenso gibt es Pläne für die Geschwister-Scholl-Straße 17 bis 27. All diese Fünfgeschosser bilden eine Art Quartier. „Vielleicht können wir zusammen mit den Mietern eine Art Quartiernamen finden“, schwebt Klaus Jaenecke vor, „vielleicht die Außenflächen so gestalten, dass sie von allen gut genutzt werden können.“

Etwa im Abstand von einem Jahr sollen die Erneuerungen der jeweiligen Wohnblöcke beginnen. Insgesamt nimmt die WWG bis 2025 15 Millionen Euro in die Hand. Ein Teil des Geldes ist vorgesehen, um die Julius-Bremer-Straße 4 und 5 genauso herzurichten, wie den benachbarten Zehngeschosser.

Instandhaltungsrückstau beseitigen

„Vor allem aber müssen wir unseren Instandhaltungsrückstau auf Vordermann bringen“, betont der WWG-Chef. Schließlich sollen sich die Mieter in allen Wohnungen wohlfühlen.

Sorgenkind ist unter anderem die Triftstraße. Die Nummern 15 und 26 sind komplett leergezogen. Für diesen Bereich wird aber erst ab 2026 geplant, wie die Häuser zukunftsfähig hergerichtet werden können.

Statt Lidl könnte ein REWE-Markt kommen

Und dann gibt es noch die freien Flächen der WWG. Gibt es dafür Pläne? Am Kreisel Samsweger Straße sollte ja eigentlich ein Lidl-Markt entstehen, doch es rührt sich nichts. „Lidl ist bereits im Februar abgesprungen“, teilt Joachim Knappe von der Oschersleber Firma Börde Bau und Besitz Contor GmbH mit.

Sein Unternehmen wollte den Lidl-Markt bauen, dafür das Gelände von der WWG und der Stadt kaufen. Interessiert ist er immer noch und hat Pläne: „Aldi und Rewe zeigen Interesse.“ Doch der Ball liegt bei der Stadt. Der Stadtratsbeschluss gilt allein für den Bau eines Lidl-Marktes. Was also nun?

„Die CDU-Fraktion wird in der nächsten Beratungsfolge für den Bau des Rewe-Marktes plädieren“, sagt Fraktionsvorsitzender Uwe Claus. Wolmirsteds Innenstadtgebiet könne einen Vollversorger - ähnlich des E-Centers im Lindenpark - vertragen. Alternativen zu einem Markt sieht Uwe Claus wenig: „Für Wohnbebauung ist das Gebiet eher ungünstig, zwei Hauptverkehrsstraßen führen daran vorbei.“

Eine große Hürde für jegliche Bebauung ist die notwendige Verlegung der Heide-Trinkwasserleitung. Die führt quer durch das Areal vom Colbitzer Wasserwerk nach Magdeburg. Interessent Joachim Knappe kalkuliert das ein.

Für die Freifläche am Kreisel Bauernweg, wo einst der „Friedhofs-Zehner“ stand, gibt es Ideen, lässt Klaus Jaenecke durchblicken. „Aber die sind noch nicht spruchreif.“