Dorfleben

Mal Dorfkirchen und mal Fußballerbeine

Regionale Motive finden ihren Platz auf Trafo-Häuschen in Schackensleben und Hermsdorf

Von Constanze Arendt-Nowak
Jonas Radtke (vorn) und Byron König ließen sich bei der Arbeit in Schackensleben auch gern von Ortsbürgermeister Andreas Daenecke (hinten links) und Avacon-Regionalvertreter Nico Roggemann über die Schulter schauen. Fotos: Constanze Arendt-Nowak
Jonas Radtke (vorn) und Byron König ließen sich bei der Arbeit in Schackensleben auch gern von Ortsbürgermeister Andreas Daenecke (hinten links) und Avacon-Regionalvertreter Nico Roggemann über die Schulter schauen. Fotos: Constanze Arendt-Nowak Constanze Arendt-Nowak

Schackensleben/ Hermsdorf - Erst war das Trafo-Häuschen am Lindenweg in Schackensleben beschmiert und lange ein Schandfleck, dann trug es einige Wochen ein schlichtes papyrusfarbenes Kleid und nun ist es ein richtiges Schmuckstück geworden. Zwei Tage lang haben die jungen Graffiti-Künstler Jonas Radtke und Byron König von der Firma artefx vor Ort ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Nach vollendeter Arbeit zogen stilisierte Abbilder der Kirchen in Schackensleben und Klein Santersleben, das Wappen von Schackensleben - alles in Schwarz gehalten - sowie ein farbenprächtiger Storch die Blicke auf sich.

Wie die jungen Männer erzählten, erleichterten Trägerfolien, die in der Firma mit den Motiven bedruckt worden sind, die Arbeit - an der Liebe zum Detail mangelte es aber auch vor Ort nicht. So fließt die Olbe aus der Mitte des Wappens heraus und der Storch, der einen Schatten wirft, hat einen Teil des Wappens im Schnabel. „Die Farbigkeit bei diesen Motiven ist nicht so doll aufregend, aber durch die Details ist es schon aufwendig“, erklärte Byron König.

Möglich machte die Gestaltung des Trafo-Häuschens die Kampagne „Aus Grau wird bunt“, die der Stromversorger Avacon initiiert hat. Wie Ortsbürgermeister Andreas Daenecke vor Ort sagte, hatten auch die Schackensleber Mitspracherecht bei der Auswahl der Motive. Die Ideensammlung wurde dann im Ortschaftsrat besprochen. Das Ziel: „Wir wollten für Schackensleben ein Unikat schaffen“, so der Ortsbürgermeister, der hinzufügt, dass die Künstler zurecht bewiesen haben, dass sie Künstler genannt werden“. Ihm gefällt das fertige „Kunstwerk“ und dass er mit seiner Meinung nicht allein steht, bewiesen schon einige Stimmen Vorbeieilender, als Jonas Radtke und Byron König ihre Sachen noch nicht zusammengepackt hatten.

Der Storch hat es übrigens neben die beiden ortsbildprägenden Kirchen auf die Trafo-Station geschafft, weil er mit seinen regelmäßigen Besuchen im Dorf inzwischen etwas Typisches für Schackensleben geworden ist.

Eine ähnliche Verbindung zwischen Motiv und Örtlichkeit wurde auch vor einigen Wochen bei der Gestaltung des Trafo-Häuschen neben dem Hermsdorfer Sportplatz geschaffen. Hier haben die Graffiti-Künstler von artefx stattliche Männerbeine, die auf grünem Rasen einem Fußball hinterherjagen, neben Zuschauern und dem Hermsdorfer Wappen abgebildet. Auch diese Gestaltung hatte Avacon in Auftrag gegeben - übrigens eine von einer ganzen Reihe pro Jahr im Verbreitungsgebiet des Unternehmens.

Der lokale Bezug ist auch an der jüngst gestalteten Trafostation am Sportplatz in Hermsdorf deutlich sichtbar.
Der lokale Bezug ist auch an der jüngst gestalteten Trafostation am Sportplatz in Hermsdorf deutlich sichtbar.
Constanze ARendt-Nowak