Jersleben l Seit einigen Jahren ist die frühere Kiesgrube westlich der Kanalstraße am Rande von Jersleben stillgelegt. Das Abbaugebiet, in dem auch Sand zu Tage gefördert wurde, hatte sich erschöpft. Was nun mit dem Gewässer, bei den Einheimischen auch als „Jersleber See 2“ bekannt, passieren soll, wollte Volksstimme-Leser Martin Richter gern wissen. Der Magdeburger besitzt einen Bungalow im benachbarten Naherholungszentrum Jersleber See.

Wie Reinhard Schimka, Leiter der Bauverwaltung in der Niederen Börde erklärt, werde die ehemalige Kiesgrube „entsprechend des Rekultivierungsplanes landschaftsplanerisch in das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Ohre– und Elbniederung einbezogen“. Dieses befindet sich am östlichen Rand des Landkreises Börde sowie nördlich der Stadt Magdeburg. Es beinhaltet Flächen der Stadt Wolmirstedt, der Gemeinden Barleben und Niedere Börde sowie der Verbandsgemeinde Elbe-Heide.

Sowohl Flora als auch Fauna seien im LSG Ohre- und Elbniederung sehr vielfältig ausgeprägt. In seiner Verordnung attestiert der Landkreis Börde dem Gebiet vor allem aufgrund seiner großen Gewässer zudem eine besondere Bedeutung für viele Zug- und Rastvögel. „Der Charakter des Gebietes wird im Wesentlichen bestimmt durch die Schönheit und Vielfalt der Flussniederungen von Elbe und Ohre“, heißt es weiter. Dadurch ergebe sich ein Mosaik aus verschiedenartigen Feuchtbiotopen, mehreren Komplexen von Auenwaldresten, Wiesenflächen verschiedener Feuchtestufen, Äckern, Gehölzen, den naturnahen Fließgewässern Ohre und Elbe sowie zahlreichen natürlichen und künstlich entstandenen Stillgewässern. Dazu zählt beispielsweise auch der Adamsee am Rande Barlebens.

Die vielleicht leise Hoffnung des einen oder anderen Lesers auf eine weitere öffentliche Badeanstalt erstickt Bauamtsleiter Reinhard Schimka im Gespräch mit der Volksstimme schnell im Keim: „Das wird es auf keinen Fall“, betont er. Die durch den Kiesabbau entstandenen Seen wie der „Jersleber 2“ sollen laut Landkreis-Verordnung naturnah entwickelt werden. Nicht zuletzt die Schwimmblatt- und Unterwasservegetation sowie die Ufergebiete seien ein wichtiger Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Auch die für die Region typischen Tier- und Pflanzenarten sollen erhalten werden – und mit ihnen ein funktionsfähiger Naturhaushalt.