Wolmirstedt l Da sitzen sie gemeinsam in der Aula – die einen aufgeregt, die anderen deutlich gelassener. Es wurden zum einen die neuen Fünftklässler begrüßt, zum anderen die „alten“, aber auch neuen Elftklässler. Zum gestrigen Auftakt des neuen Schuljahres 2019/2020 gab es ein Novum an der Gemeinschaftsschule „Johannes Gutenberg“. Zum ersten Mal gibt es eine gymnasiale Oberstufe, die ihr Abitur an der Schule absolvieren wird.

„Die Wehmut des Abschiedes ist nicht so groß, da viele der Schüler, die den letzten Schultag vor den Sommerferien mit uns bestritten haben, nun wieder da sind“, richtet Schulleiterin Regine Albrecht das Wort an die Schüler. Mit Erwartung, Hoffnung und Spannung würden Lehrer als auch Schüler in das neue Schuljahr blicken. Nun sind Grundschule, Sekundarschule und Gymnasium unter einem Dach und können damit von der ersten bis zur 13. Klasse zusammen lernen.

Zwei elfte Klassen bilden den ersten Abiturjahrgang der Schule. Im Jahr 2022 werden sie ihr Abitur in den Händen halten. „Die Vorbereitungen für die gymnasiale Oberstufe laufen seit Jahren“, sagt Regine Albrecht. Die Ferienzeit war für alle Beteiligten intensiv, die Schüler mussten einen Plan B bereithalten. Denn: Die Oberstufe wurde erst eine Woche vor dem Schulstart offiziell abgesegnet, wie aus Kreisen der Schule zu hören ist.

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Doch mit einer weiteren Jahrgangsstufe wird auch das Platzproblem der Gutenberg-Schule größer. Die Schule nutzt zusätzlich zum Gebäudekomplex in der Meseberger Straße die ehemalige Gottfried-Wilhelm-Harnisch-Schule in der Straße der Deutschen Einheit schon lange als Außenstelle, die fünften bis siebten Klassen werden dort unterrichtet. Nun gesellen sich auch die elften Klassen hinzu. Doch damit nicht genug. Nun rückt auch noch das Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium mit einigen Klassen in das eigentlich leerstehende Harnisch-Schulgebäude ein, denn im Kurfürsten-Schulhaus wird gebaut.

Langfristige Lösung im Schulstreit gefordert

Doch die alte Harnisch-Schule ist in einem sanierungsbedürftigen Zustand und wird im laufenden Schulbetrieb notdürftig renoviert. So werden noch Maler- und Bodenbelagsarbeiten an dem alten Gebäude vorgenommen. Der Flur soll bis Ende des Monats instandgesetzt werden.

„Die Situation ist für uns nicht zufriedenstellend. Wir brauchen eine langfristige Lösung“, betont die Schulleiterin. Nach dieser Lösung wird inzwischen seit fünf Jahren gesucht, Stadt und Landkreis streiten seither darum.

Für die Reaktivierung der Harnisch-Schule müsste der Landkreis dieses Gebäude an die Stadt verkaufen und die Stadt ihr Gutenberg-Gebäude an den Landkreis. Dieser Tausch ist jedoch eine komplizierte Angelegenheit, weil die Häuser unterschiedlich viel wert sind und noch andere Gründe hineinspielen, über die nachgedacht und verhandelt werden muss. Deshalb ist es notwendig, dass Stadt und Landkreis genaue Zahlen ermitteln, auf deren Grundlage überhaupt erst verhandelt werden kann.

Laut Stadtverwaltung werden über die Zukunft der Gutenberg-Schule werden derzeit Fachgespräche geführt. Diese betreffen die bauliche Entwicklung sowie die Finanzierung. Außerdem werden die Kosten für den Schultausch ermittelt, da bisher nur grobe Schätzungen vorliegen. Am 26. August soll der Stadtrat über Ergebnisse informiert werden, bestenfalls kann am 26. September ein Stadtratsbeschluss gefasst werden.