Schule

Neue Rezepte für die Brotbüchse

Die Grundschule Dahlenwarsleben hat am Dienstag Besuch von der Landesvereinigung für Gesundheit empfangen. Im Gepäck hatte Anja Danneberg 50 Würfel mit Rezeptideen für ein gesundes Pausenbrot.

Von Sebastian Pötzsch
Anja Danneberg hält einen der klappbaren Würfel mit gesunden Rezeptideen in der Hand.
Anja Danneberg hält einen der klappbaren Würfel mit gesunden Rezeptideen in der Hand. Foto: Jana Vogel

Dahlenwarsleben - Tomaten-Mozzarella-Spieße mit Kräuter-Butterbrötchen, Schlemmertasche mit Kräuterfrischkäse oder Piratenspieß mit Vollkornbrot und Minibrühwürstchen: Wenn es nach Anja Danneberg geht, sollten diese Rezepte und weitere Ideen in der Brotbüchse von Schülern landen. Die studierte Ökotrophologin, einer Kombination aus Ernährungs- und Haushaltswissenschaftlerin, arbeitet bei der Landesvereinigung für Gesundheit (LVG). Seit dem Jahr 2019 verfolgt die Fachreferentin ein Ziel: Gesunde und geschmackvolle Pausenbrote für Schüler.

„Damit Schülerinnen und Schüler sich im Unterricht gut konzentrieren können, benötigt ihr Gehirn viel Energie. Gesunde und geschmackvolle Pausenbrote sind dafür gute Lieferanten“, sagt Anja Danneberg. Doch könnte laut ihrer Ansicht mehr Ausgewogenheit und Kreativität in den Brotbüchsen von Schülern landen.

„Erfahrungen zeigen, dass es den Snacks in Brotbüchsen und den Angeboten an Schulkiosken oftmals an Abwechslungsreichtum und gesunder Lebensmittelauswahl fehlt“, meint Anja Danneberg. Die Gründe seien vielfältig: Ein geringes Preisniveau, knappe Zeitressourcen, die eine aufwendige Zubereitung nicht erlauben sowie fehlende Akzeptanz der Kinder und Jugendlichen für innovative Zwischenmahlzeitangebote bremsten die Umsetzung gesunder Alternativen.

Rezepte ohne großen Aufwand

An diesem Punkt setzt das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanzierte „In Form“-Projekt „Gesunde Zwischenmahlzeit“ an. „Zunächst haben wir rund 50 Rezepte recherchiert - vom Beeren-Smoothie bis zur Vitaminschnitte“, erinnert sich die Fachfrau. Dabei stammten die Vorschläge aus fachlich vertrauenswürdigen Quellen und seien ernährungsphysiologisch geprüft worden.

Anschießend ging es in die zweite Phase. Zwei Rezeptsammlungen - eine für Schulkioske und eine für Eltern - wurden von Jungen und Mädchen im ganzen Land getestet. „Dafür wurden die Pausenmahlzeiten von uns zubereitet, um dann verkostet zu werden, auch in der Grundschule in Dahlenwarsleben“, erzählt sie weiter. Die Schüler konnten anschließend ihre Meinung abgeben.

„Außerdem haben wir die Rezepte an Eltern der Dahlenwarsleber Schüler weitergegeben“, führt Danneberg aus. Die Mütter und Väter sollten selbst ausprobieren, wie die Rezepte in der Praxis auszuführen sind. Nicht nur der finanzielle Aufwand für das Einkaufen der Zutaten sollte untersucht werden, sondern auch der zeitliche Aufwand zur Umsetzung der Rezeptideen. „Voraussetzung für die Rezepte war, dass sie schnell und möglichst ohne Kochaufwand mit einfachen Lebensmitteln zuzubereiten sind, um sie unter realen Bedingungen im Schulalltag auf Praktikabilität und Umsetzbarkeit zu erproben“, sagt die Fachfrau.

Möglichst regionale Zutaten im Sortiment

So sollten die möglichst regionalen Zutaten im Standsortiment von Discountern und zum geringen Preis erhältlich sein, die Lebensmittel sollten schnell und leicht zu verarbeiten sein und diese von Kindern gern gegessen werden.

Acht dieser Rezeptideen haben es nun auf einen faltbaren Würfel geschafft. Insgesamt 50 dieser Rezeptwürfel hat die Fachreferentin der LVG mit in die Grundschule nach Dahlenwarsleben gebracht und Schulsozialpädagogin Jana Vogel überreicht. „Die witzigen Geschenke werden Anfang September an all unsere neuen Erstklässler überreicht“, verrät sie schon einmal.

Doch laut Anja Danneberg sollen nicht nur die künftigen Abc-Schützen der Astrid-Lindgren-Grundschule in den Genuss der gesunden Pausenbrote kommen. So sei eine große Anzahl der Rezeptwürfel bereits über die Gesundheitsämter der Landkreise an interessierte Eltern verteilt worden.

Die faltbaren Kuben haben es nun in die Bundespolitik geschafft. „Bundesernährungsministerin Julia Klöckner ist ein Würfel überreicht worden. Sie war von der Umsetzung ganz begeistert“, berichtet Anja Danneberg.

Das „In Form“-Projekt wurde bereits im Jahr 2008 vom Bundesernährungsministerium sowie vom Bundesgesundheitsministerium initiiert und ist seitdem bundesweit mit Projektpartnern in allen Lebensbereichen aktiv. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern.