Groß Ammensleben l Spätestens alle vier Jahre muss die Gemeinde ihre sogenannte Brandschutzbedarfsplanung und die dazugehörige Risikoanalyse aktualisieren und fortschreiben. Der Plan zeigt das Risikopotenzial der Gemeinde auf, thematisiert die Qualität und Organisation der Gefahrenabwehr und veranschaulicht die Größe und Ausstattung der Feuerwehr.

Aufgezeigt werden beispielsweise Einsatzschwerpunkte, welche ortsbezogenen Gegebenheiten in Schulen oder großen Firmen im Falle eines Brandes zu beachten sind, welche Einsatztaktik zu befolgen wäre, welche Fahrzeuge der einzelnen Ortswehren dann ausrücken sollen und wo sich Löschwasserentnahmestellen befinden. So wird bezüglich der Grundschule und des Hortes in Dahlenwarsleben beispielsweise auf eine „hohe Menschenkonzentration“ hingewiesen und auf einen Bedarf an Löschwasser von 1600 Litern pro Minute.

Fördermittel für neues Auto

Der Gemeinderat der Niederen Börde hat den Brandschutzbedarfsplan und die Risikoanalyse nun vor Ablauf der Vier-Jahres-Frist in seiner jüngsten Sitzung neu verabschiedet. Anlass ist die Anschaffung eines neuen „Mittleren Löschfahrzeuges“ für die Vahldorfer Feuerwehr. Wie die Verwaltung in der Beschlussvorlage informierte, falle das alte Tragkraftspritzenfahrzeug der Wehr aus. Die Gemeinde Niedere Börde erhält für das neue Löschfahrzeug Fördermittel in Höhe von rund 100.000 Euro vom Land. Ausgeliefert werden soll das neue Einsatzauto voraussichtlich aber erst im zweiten Quartal 2020.

Grundsätzlich gilt, dass die Feuerwehren nach der Alarmierung ihres Zuständigkeitsbereiches binnen zwölf Minuten am Einsatzort eintreffen sollen. „Dieses Ziel in 100 Prozent aller Einsätze zu erreichen, ist praktisch nicht realisierbar“, erklärt die Gemeindeverwaltung. Grund seien mögliche Unwägbarkeiten, wie zum Beispiel schwierige Witterungsverhältnisse, verstellte Zuwegungen oder technische Ausfälle. Aus diesem Grund definiert die Gemeinde in ihrem Brandschutzbedarfsplan ein eigenes „Schutzziel“: Demnach solle die erste Einheit bei zeitkritischen Einsätzen mit einer Stärke von neun Einsatzkräften innerhalb der zwölf Minuten am Einsatzort eintreffen. „Dieses Ziel soll mindestens in 90 Prozent der Fälle erreicht werden“, heißt es weiter. Eine weitere Einheit mit mindestens sieben Kameraden soll innerhalb von 18 Minuten nach der Alarmierung durch die Rettungsleitstelle vor Ort sein.

Hinweise berücksichtigt

Vor der Beschlussfassung durch den Gemeinderat waren Plan und Analyse dem Landkreis vorgelegt worden. Entsprechende Hinweise, auch des Abschnittsleiters und des Kreisbrandmeisters, seien berücksichtigt worden.