Wolmirstedt l Die Farsleber Ortsfeuerwehr schlägt schon lange Alarm. Die Kameraden brauchen dringend ein neues Feuerwehrgerätehaus. So dringend, dass sie die Sache selbst in die Hand nehmen und als Bauherr agieren wollten. Bei der Grundstückssuche sind die Männer und Frauen um Ortswehrleiter Matthias Fischer schon vorgeprescht. Mit Erfolg. Das Areal im Eck neben der Kirche und der Rückseite von Webers Hof steht für einen Neubau zur Verfügung.

Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Risikoanalyse gibt der Farsleber Ortsfeuerwehr Recht. Darin bekommen weder das Farsleber noch das Glindenberger Feuerwehrhaus gute Noten. Da das Farsleber Gerätehaus noch einen Tuck schlechter abschneidet, soll es zuerst erneuert werden. Der Verantwortung hat sich die Stadt angenommen und wird für den Neubau zuständig sein. Freiwillige Feuerwehren sind eindeutig eine kommunale Aufgabe. Bei der Finanzierung des Neubaus wird auf Fördermittel gesetzt, die Verwaltung hat den Antrag bereits fristgerecht eingereicht. Geht alles gut, soll im nächsten Jahr mit dem Neubau begonnen werden. Wunder Punkt: Für den Neubau muss eine alte Eiche weichen.

FUWG-Stadtrat Rudolf Giersch zeigte sich am Montag im Hauptausschuss von einer eventuellen Fällung des Baums wenig begeistert und forderte, diesen Schritt noch einmal zu überdenken. Dem pflichtete Waltraud Wolff (SPD) bei. Sie wünscht sich die Debatte jetzt, solange die Planungsphase nicht abgeschlossen ist.

Planungen sind beendet

Diese Planungen sind allerdings im Wesentlichen beendet, die Pläne wurden mit dem Fördermittelantrag verschickt. Aus Sicht der Verwaltung gibt es derzeit keine Alternative zur Fällung der Eiche, denn der Baum steht direkt an der künftigen Ausfahrt der Feuerwehrautos. Die brauchen jedoch freie Ausfahrt, um schnell zum Einsatzort zu gelangen. Maximal zwölf Minuten stehen dafür zu Verfügung.

Was eine zu enge Ausfahrt bedeutet, wissen die Farsleber Feuerwehrleute zur Genüge. Ihr jetziges Gerätehaus steht im Farsleber Winkel und dieser Name ist Programm. Die Straße dorthin ist eine verwinkelte Stichstraße. Eine Ausfahrt erfordert große Umsicht. Kommen Fahrzeuge entgegen, steigt der Stresspegel der Einsatzkräfte. Zudem reichen die Parkflächen für die Kameraden, die mit Privatfahrzeugen zum Einsatz kommen, bei weitem nicht aus. Außerdem fehlen im Haus Duschen, es gibt nur eine gemeinsame Toilette für alle.

Im Neubau sollen all diese Unannehmlichkeiten beseitigt sein, doch bei den Planungen war viel zu beachten. Sabine Bednorz, die Bauverantwortliche im Rathaus, weiß um die Schwierigkeiten. Planer müssen die spezifischen Nutzungsanforderungen der Feuerwehr, eine DIN-gerechte Ausführung sowie die Belange des Baurechts und des Denkmalschutzes auf dem zur Verfügung stehenden Grundstück beachten. Größe und Zuschnitt des Grundstücks haben offenbar nicht viele Variationsmöglichkeiten gelassen.

Ursprünglich hatte die Verwaltung ein anderes Grundstück für einen Feuerwehrneubau vorgeschlagen, hätte sich ein neues Gerätehaus auch am Sportplatz vorstellen können.

Kameraden lehnen Ortsrand ab

Doch diesen Standort am äußersten Ortsrand lehnten die Kameraden konsequent ab. Sie bestehen darauf, dass eine Feuerwehr in den Ort gehört, waren froh, als nun endlich alles in Sack und Tüten war, die Fördermittel beantragt sind, der Neubau in greifbare Nähe rückt. Für die aufflammende Diskussion um die Eiche hat Ortswehrleiter Matthias Fischer kein Verständnis. Er sagt deutlich: „Wir möchten ein neues Feuerwehrhaus im Ort.“

Für Bürgermeisterin Marlies Cassuhn (parteilos) gibt es hingegen zwei Optionen: „Entweder der Standort an der Kirche mit der Fällung der Eiche oder ein anderer Standort.“

Um die lodernde Debatte zu löschen, wird die Planung erneut abgestimmt. Womöglich kann das Haus auf dem Platz neben der Kirche anders gebaut werden. Auf Antrag des CDU-Stadtrates Uwe Claus wurde die Angelegenheit in den Bauausschuss verwiesen, der tagt am 10. September. Mike steffens, Farsleber KWG-Ortschaftsratsmitglied, forderte außerdem, den Feuerwehrneubau noch einmal am 2. September im Farsleber Ortschaftsrat sowie mit der Ortsfeuerwehr zu besprechen.

Klar ist: Wird die Eiche tatsächlich gefällt, werden dafür neue Bäume an anderer Stelle gepflanzt.