Niederndodeleben l Das Schwimmbad „Schrotetal“ – seit den 1960er-Jahren eine beliebte Freizeitstätte auch für die Bevölkerung jenseits der Niederndodeleber Ortsgrenze – ist seit 2017 geschlossen. Dem voraus ging eine Androhung des kreislichen Gesundheitsamtes, den Badebetrieb zu untersagen, wenn nicht eine Lösung gefunden wird, der regelmäßig zu hohen Keimbelastung im Wasser zu begegnen. Seitdem wird nach baulichen Lösungen und entsprechenden Fördermöglichkeiten gesucht. Bisher erfolglos. Auch der Schwimmbadverein als Pächter kämpft.

Eben jener Schwimmbadverein erhält nun Unterstützung der örtlichen Vereine in ganzer Breite. Werner Schier ist nicht nur Vorsitzender der Naturfreunde Wartberg, sondern auch Initiator eines offenen Briefes, den die Vereine des Ortes unterschrieben haben. Er spricht von 21 Vereinen mit fast 1500 Mitgliedern. Adressaten des Briefes sind Ministerpräsident Reiner Haseloff, Innenminister Holger Stahlknecht, Landrat Hans Walker, der Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens sowie die Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel.

Schwimmbadverein ist allein überfordert

Offiziell wird um Unterstützung gebeten, „da auch unsere Lokalpolitik an ihre Grenzen gestoßen ist“. Der Brief zeigt auf, dass die guten Jahre des Bades mit dem Anfang der 1990er-Jahre ein jähes Ende hatten. Ausnahmegenehmigungen waren nötig, „da die neuen Vorschriften mit der bisherigen Anlage nicht immer eingehalten werden konnten“ und auch die bauliche Substanz in die Jahre gekommen ist. Der vor über zehn Jahren gegründete Schwimmbadverein, „in dem sich viele Bürger mit viel Herzblut“ engagieren, „hat erreicht, dass mit der Planung und dem Umbau des Bades begonnen werden konnte“. Nach dem kurz vor der Fertigstellung stehenden ersten Bauabschnitt (Funktionsgebäude) fehlen für weitere Bauabschnitte aber die Mittel.

Wörtlich heißt es in dem offenen Brief: „Bei öffentlichen Anhörungen wurde darauf verwiesen, dass sich die Gemeinde Hohe Börde an den geschlossenen Pachtvertrag mit dem Schwimmbadverein hält. Der Schwimmbadverein ist trotz erheblichem Einsatz seiner Mitglieder hier jedoch in höchstem Maße überfordert. Baumaßnahmen dieser Dimension können nur durch staatliche Institutionen realisiert werden.“ Es folgt Unverständnis darüber, dass „für Errungenschaften, die wir uns zu schweren Zeiten für unsere Kinder erkämpft haben, keine Möglichkeiten bestehen, diese zu erhalten und den jetzigen Auflagen anzupassen“. Genau das erwarten die Initiatoren und Unterschreibenden aber, ebenso wie eine klare öffentliche Stellungnahme über den Fortgang der Baumaßnahmen.

In einer Anlage zu dem offenen Brief unterstreicht auch die Wasserball Union Magdeburg (WUM) ihre Unterstützung der Initiative. Da er in den Sommermonaten das Schwimmbad als alternativlose Trainingsstätte genutzt hat, wäre der Weiterbetrieb ein wichtiger Schritt für diesen Verein.