Parkplatzbau

Parken und Reisen geht jetzt ab Mahlwinkel

Der Platz am Bahnhof von Mahlwinkel ist zu einem ansehnlichen Platz geworden. Verschwunden ist der Wildwuchs an der ehemaligen Panzerverladerampe der russischen Armee. Wer mit dem Zug in Richtung Stendal oder Magdeburg reisen möchte, kann hier entspannt Auto oder Fahrrad abstellen.

Von Hendrik Reppin
Letzte Besichtigung auf der fertiggestellten "Park and ride"-Anlage auf der Rückseite des Bahnhofs Mahlwinkel: Olaf Schmilas vom Bauamt der Verbandsgemeinde, Angerns Bürgermeister Egbert Fitsch und Pflaster- und Tiefbauer Gordon Böttcher..
Letzte Besichtigung auf der fertiggestellten "Park and ride"-Anlage auf der Rückseite des Bahnhofs Mahlwinkel: Olaf Schmilas vom Bauamt der Verbandsgemeinde, Angerns Bürgermeister Egbert Fitsch und Pflaster- und Tiefbauer Gordon Böttcher.. Foto: Hendrik Reppin

Mahlwinkel - „Es ist alles wie gefordert umgesetzt worden“, lautete der entscheidende Satz von Olaf Schmilas. Damit hatte der Mitarbeiter aus dem Bauamt der Verbandsgemeinde Elbe-Heide die Fläche am Bahnhof in Angerns Ortsteil Mahlwinkel der Öffentlichkeit übergeben. Das 240.000 Euro teure Projekt aus dem sogenannten Schnittstellenprogramm Sachsen-Anhalt ist zu 80 Prozent von der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH gefördert worden.

Schluss mit Wildwuchs am Haltepunkt

Mit der Schnittstelle ist die Verbindung zwischen Autoverkehr, dem Parkplatz und dem Zugang zur Bahnanbindung gemeint. „Wir haben hier eine Park+Ride-Anlage errichtet“, erklärt Olaf Schmilas. Täglich würden Menschen aus der Region hier mit ihrem Fahrzeug ankommen und sich in den Zug setzen, um von hier aus zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. „Dafür ist hier ein idealer Platz entstanden.“

Bevor die Bauarbeiten begannen, hätten sich nach Angaben des Bürgermeisters die Autos hier an den Seitenstreifen gedrängelt. „Es gab kaum freie Plätz, nicht selten hatten Autos hier mit den Hinterrädern auf der Straße gestanden.“ Nach einem kräftigen Regenguss sei man zudem nicht trockenen Fußes zum Bahnhof gekommen. Die Parkplätze seien regelmäßig unter Wasser gesetzt worden. Doch das, so versichert Tiefbauer Gordon Böttcher, gehöre inzwischen der Vergangenheit an. „Vor den Pflasterarbeiten haben wir hier eine moderne Entwässerung installiert“, so der Firmenchef aus Rogätz. Und nicht nur die Nutzer des Platzes können sich über die 20 Parkplätze inklusive dem Behindertenparkplatz freuen.

Schranke für Fußgänger macht nun erst Sinn

Ein gutes Ende nahmen die Bauarbeiten auch für viele Mahlwinkler Einwohner. „Im Zuge dieser Anlage haben wir auch die Gehwege zum Platz fertiggestellt.“ Das sei auch nötig gewesen, denn einen Fußweg über den Bahnübergang habe es praktisch nicht gegeben. „Erst jetzt hat die kleine Halbschranke, die eigentlich den Weg über die Gleise separat für Fußgänger sperren soll, wirklich einen Sinn. Noch ein weiterer Gehweg wurde so gebaut, dass Eltern ihren Kinderwagen ruckelfrei am Platz vorbei bis in die Kita schieben könnten. Die zur Hauptstraße entstandene Polleranlage schütze die Fußgänger dazu.

Aufgestellt wurde auch ein überdachter Fahrradständer. Dieser sei, so Olaf Schmilas, sogar beleuchtet. Was an diesem Fahrradständer jedoch fehle, seien sämtliche Seitenwände. „Die Bahn hatte uns davon abgeraten. Damit wurden viele schlechte Erfahrungen gemacht. Die Wände wurden angemalt oder zerstört. Kein schöner Anblick nach ein paar Wochen oder Monaten.“ Zudem würde damit verhindert, dass eventuell an dieser Stelle ein gemütlicher Treffpunkt für Jugendliche werde.

„Da wir bei dieser Baumaßnahme die vorher naturnahen Stellen durch die Pflasterung versiegelt haben, hätten wir nach Gesetz Ersatzpflanzungen vornehmen müssen“, erklärt der Mitarbeiter des Bauamtes. Doch dem Ortsteil Mahlwinkel sei schon genug Grün attestiert worden. „Somit sind die Mittel für die Ersatzpflanzungen in Höhe von etwa 6000 Euro der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt worden“, erklärt Olaf Schmilas. Damit werde das als Buktum bekannte Waldgebiet in der Nähe der Ortschaft weiter aufgeforstet.

Mit der Fertigstellung dieses Platzes sei eine lange Zeit der verschiedenen Planungen endlich beendet, so der Bürgermeister der Gemeinde Angern. „Schon vor zehn Jahren haben wir die ersten Anträge für eine Umgestaltung gestellt“, berichtet Egbert Fitsch. Anfängliche Planungen hätten eine solche Umgestaltung direkt vor dem Bahnhof vorgesehen. Das alte Gebäude hätte abgerissen werden sollen. Doch der nicht mehr genutzte und verfallende Backsteinbau im Eigentum der Bahn stehe unter Denkmalschutz. Daran seien immer wieder die Pläne gescheitert. Schließlich sei vor etwa drei Jahren noch einmal gründlich umgeplant und ein solcher Platz erdacht worden. Stolz waren Bauamtsmitarbeiter, Tiefbauer und Bürgermeister über den Bauablauf. „Die Bauarbeiten waren schnell erledigt. Im Februar haben wir begonnen, im Juni sollte es fertig sein. Die Verzögerung von vier Wochen ist noch im Rahmen.“