Niederndodeleben l Das Zuckerfabrikgelände an der Bahnhofstraße in Niederndodeleben hat eine lange Geschichte. Über Generationen wurde hier Landwirtschaft betrieben und wird es auch heute noch. Doch die Zukunftspläne sehen anders aus.

Nach Idee von Urban Jülich, Geschäftsführender Gesellschafter bei Agro Bördegrün, soll hier fast alles für ein sogenanntes „Neues Ortszentrum“ weichen. Hintergrund der Idee ist es, dass Niederndodeleben in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen ist und nicht über einen zentralen Ortskern verfügt. Nach Ansicht von Urban Jülich ist das Agro-Bördegrün-Gelände durch seine Lage an der Bahnstation und die großen Wohngebiete im Süden der Ortschaft gut geeignet, um hier einen neuen Ortskern zu entwickeln. „Wir sind hier mitten im Ort und könnten so die Attraktivität für den gesamten Ort steigern“, fügt er hinzu. Zudem könnte auch das gesamte Areal mit der nahegelegenen Bahnstation und dem Freibad aufgewertet werden. Niederndodeleben hat derzeit knapp 4500 Einwohner.

Die Basis für das Ortszen-trum soll Jülich zufolge der bereits am Standort integrierte Supermarkt sein. Nach zwanzig Jahren seines Bestehens soll dieser aber den modernen Einkaufsansprüchen angepasst und dementsprechend durch einen Neubau mit ausreichend Parkflächen ersetzt werden. „Darin integriert werden soll eine kleine Ladenzeile, beispielsweise mit einem Blumenladen und einem Friseur“, erklärt Jülich seine Vorstellungen. Weichen soll dafür – ebenso wie andere Lagerhallen und Werkstätten auf dem Gelände – die große Lagerhalle, in der auch schon manches Fest in der Vergangenheit gefeiert wurde.

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Zukünftig Betriebssitz

Der Betriebssitz der Agro-Bördegrün soll parallel an den zweiten Standort im Dorf, auf das Gelände mit der Tankstelle in Schnarsleben, verlagert werden. Dort gibt es auch noch Kapazitäten zur weiteren Entwicklung, so dass ein Verwaltungsgebäude auch neu gebaut und die Werkstatt erweitert werden könnten. Das heute für Verwaltung genutzte Gebäude mit der angrenzender „Tenne“ (Kantine/ Gastronomie) würde in das neue Konzept für das Gelände Bahnhofstraße 1 einbezogen werden. Die „Tenne“ und die angrenzende Küche in gewohnter Nutzung und vielleicht mit Erweiterung eines kleinen Cafés. „Die Kantine soll bewusst hier bleiben und kann dann vom Umfeld profitieren“, stellt sich Urban Jülich vor. Die Büroräume könnten dann vermietet werden.

Kleiner Marktplatz

Nach den Plänen soll an den Einkaufsmarkt ein Ärztehaus mit betreuten Wohneinheiten im Obergeschoss angrenzen. Das ermöglicht auch eine besondere Eingangsform auf das Gelände. Zentrum soll ein kleiner Marktplatz als Treffpunkt sein, der auch eine Verbindung zwischen dem Einkaufsmarkt und der „Tenne“ schafft.

Eingeplant in das Konzept ist auch eine neue Rettungswache, die als einer der ersten Bausteine nahe der angrenzenden Bahnlinie gebaut werden soll. „Hier wollen wir möglichst schnell eine endgültige Lösung finden für das Provisorium, das wir derzeit in Schnarsleben eingerichtet haben“, so Jülich. Unweit der Rettungswache sind außerdem kleine Einheiten für selbständige Unternehmer vorgesehen. „Wir wollen mit den Gewerbetreibenden des Ortes gern etwas zusammen machen, damit beide Seiten profitieren können“, nennt der Unternehmer seine Intention.

Baubeginn nächstes Jahr

Derzeit durchläuft der Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan die Gremien. Der Niederndodeleber Ortschaftsrat sowie der Bauausschuss und der Gemeinderat der Hohen Börde werden so nach ihrer Meinung zu dem Projekt gefragt. Ziel ist es, nachdem alle bürokratischen Hürden überwunden sind, im nächsten Jahr mit dem Bau der Rettungswache oder des Einkaufsmarktes zu beginnen.