Gebäudekomplex

Pläne für das neue Eckhaus stehen

Nach dem Abriss des Eckhauses August-Bebel-Straße/Samsweger Straße in Wolmirstedt soll dort ein neuer Gebäudekomplex entstehen.

Von Gudrun Billowie

Wolmirstedt l Ein wenig wird das alte Eckhaus August-Bebel-Straße 23 noch erhalten bleiben. Doch die Tage des Gehöfts mit Fachwerkscheune sind gezählt. Dann kommt der Abrissbagger und das alte Haus macht Platz für Neues. Ein Haus aus Glas und Stein soll in den Jahren 2018/19 in die Höhe wachsen. Bauherr ist die Allgemeine Wohnungsgenossenschaft, die 3,5 Millionen Euro investiert. Geschäftsführer Siegfried Bärhold stellt die Pläne bereits vor.

„Wir wollen die Kleinteiligkeit erhalten“, nennt Siegfried Bärhold die Essenz. Die neuen Häuser werden optisch voneinander abgesetzt, obwohl sie im Kern eine Einheit bilden. Hingucker werden die unterschiedlichen Fassaden sein, eine wird sogar mit französischen Balkonen versehen. Die dienen eher dem Schmuck des Hauses und als Platz für Blumen. Die Balkons zum Verweilen sind im Innenhof angeordnet, wo die Mieter vor Passantenblicken geschützt sind.

Der Komplex ist rund tausend Quadratmeter groß, drei bis vier Gewerbeeinheiten und acht bis neun Wohnungen finden darin Platz. „Wir können innen noch variieren“, begründet Siegfried Bärhold die ungenauen Zahlen.

Öffentliches Herzstück wird ein Café an der Ecke sein. Viel Glas wird dessen Fassade prägen, das bringe Licht und Luft und Transparenz in die Innenstadt, sagt Siegfried Bärhold. Das Café soll zudem auch ein Konzert-raum sein, sich zur Galerie verwandeln können oder Kabarett und Schauspiel eine Bühne bieten.

Es wird kein riesiger Veranstaltungsraum, aber ein zentral gelegener. Die Lage zieht auch Bürger an, die Stadtwohnungen suchen. Das Zentrum lockt, weiß Siegfried Bärhold vom Wohnprojekt in der Farsleber Straße. „Es gibt stets mehr Bewerber als Wohnungen.“ Das ist unter anderem dem Trend geschuldet, nach dem ältere Menschen ihre Dörfer verlassen und in die Stadt ziehen, da dort Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Apotheken fußläufig zu erreichen sind und außerdem die Begegnung mit anderen Menschen unkompliziert möglich ist.

Die Wohnungen sind barrierefrei gestaltet und ermöglichen somit selbstbestimmtes Wohnen im Alter. Das heißt jedoch nicht, dass sie nur Senioren zur Verfügung stehen. „Junge Leute können dort genauso einziehen“, macht Siegfried Bärhold deutlich. Deshalb wird das Projekt WohnenPlus genannt.

Bevor in der August-Bebel-Straße 23 jedoch ein Stein fällt, muss erst ein anderes WohnenPlus-Projekt errichtet werden. In der Damaschkestraße soll noch vor Ostern mit dem Bau begonnen werden. Zuvor richten sich die Archäologen ein und schauen, ob sie im Boden Zeugen der Vergangenheit entdecken. Sofern sich keine spektakulären Funde ergeben, die den Beginn der Bauarbeiten verzögern, soll dieses Haus im Sommer 2018 bezugsfertig sein. Auch dieses Haus bietet barrierefreies Wohnen in der Innenstadt, darin sind Wohnungen und Dienstleistungsgewerbe kombiniert.