Ebendorf l Der Vorstand der Kleingartenanlage “An der Windmühle” in Ebendorf hat auch 2018 seine drei schönsten Gärten gekürt. Zuvor fand gemeinsam mit Ortsbürgermeister Manfred Behrens eine Begehung statt. Keine leichte Aufgabe, immerhin mussten 56 Gärten begutachtet werden.

56 Gärten wurden begutachtet

Vereinsvorsitzender Christian Thiele: „Das war nicht leicht, denn es gibt bei uns sehr viele ordentliche und schön gestaltete Parzellen. Mein Eindruck ist, dass unser jährlicher Wettbewerb den Ehrgeiz unserer Mitglieder angestachelt hat.” Bei der Bewertung wird nicht nur berücksichtigt, wie schön das Stück Land wirkt, sondern auch wie es kleingärtnerisch sinnvoll genutzt wird.

Der erste Preis geht an Angelika Sticke, die mit ihrer Familie seit vier Jahren eine Doppelparzelle fast vollständig für die Eigenversorgung mit Obst und Gemüse nutzt. Geerntet werden Tomaten, Gurken, Kohlrabi, Kohl, Kartoffeln oder Lauch. Nur ein kleiner Teil ist mit Blumen und Ziersträuchern bepflanzt.

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Erster Preis geht an Angelike Sticke

Erstmals überreichte Christian Thiele neben der Wanderfahne und einem Geschenk des Vorstandes einen Pokal, den Manfred Behrens gesponsert hat. “Wer dreimal hintereinander den Wettbewerb gewinnt, darf ihn behalten. Das soll ein zusätzlicher Anreiz sein”, sagte der Ortsbürgermeister.

Vor drei Jahren haben Ilona Panndorf und Sukhwinder Singh einen leerstehenden Garten übernommen. Mit dem zweiten Platz würdigen die Verantwortlichen das große Engagement, daraus ein Schmuckstück zu machen. Der dritte Platz geht an Manfred Simroth, der nicht nur seinen Garten in Schuss hält, sondern auch freiwillige Arbeiten für den Verein übernimmt.

Experimentierfreudiger Gartenverein

Armin Bartz, Vorsitzender des Verbandes der Kleingärtner Wolmirstedt, gratulierte den Platzierten und zollte dem Vorstand seinen Respekt. Seit sieben Jahren findet der Wettbewerb statt, der einen positiven Einfluss auf Vereinsleben und Zusammengehörigkeitsgefühl habe. “Der Gartenverein ist experimentierfreudig und auch bei der Werbung neuer Mitglieder vorbildlich. Von den 67 Gärten stehen nur elf leer. Das ist ein gutes Ergebnis. Beispielhaft ist auch die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister.”

Zur Sprache kam in der Vorstandssitzung auch ein auf Eis gelegtes Projekt. Es geht darum, in leerstehenden Gärten eine „Straße der alten Obstsorten“ zu entwickeln. Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen, wie sie früheren Generationen schmeckten, und die fast ausgestorben sind, sollen hier wieder gedeihen. Einig ist man sich, dafür die Verantwortlichen in der Gemeinde Barleben zu begeistern und erneut Fördermittel zu beantragen. Manfred Behrens und Armin Bartz sagten Unterstützung zu.

Straße der Obstsorten geplant

Die Gartenanlage am südlichen Dorfrand hat 2017 ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert. Namensgeber für die Anlage war eine Windmühle, die einst in der Nachbarschaft stand. Die ist schon verschwunden, geblieben aber ist die Freude am Kleingarten.

"Zu DDR-Zeiten ging es in erster Linie um die Eigenversorgung mit Obst und Gemüse, heute ist es hauptsächlich der Erholungseffekt”, so Thiele. Für die leerstehenden Gärten sind neue Mitglieder immer willkommen. Besonders freut sich Thiele, dass in der letzten Zeit junge Leute gewonnen werden konnten. 80 Prozent der Kleingärtner kommen aus Magdeburg, hauptsächlich Olvenstedt, was ja vor der Eingemeindung die Nachbargemeinde Ebendorfs war.