Radfahren

Radfahrer geben Wolmirstedt Note Vier

Von Von Gudrun Billowie

Wolmirstedt. Die Ladesäule für Elektrofahrräder ist da. Das Paket wurde geliefert und im Mai soll sie auf der Schlossdomäne stehen und acht Fahrrädern gleichzeitig Strom spenden. Doch das ist nur ein Baustein. Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Kommune braucht Wolmirstedt mehr. Noch geben die Bürger der Stadt eher schlechte Noten. Die Auswertung des bundesweiten ADFC-Fahrradklimatests 2020 bescheinigte Wolmirstedt adäquat der Schulnoten von 1 bis 6 nur eine 4,1. In der Rangliste aller Städte mit weniger als 20 000 Einwohnern rangiert Wolmirstedt auf Platz 326 von 418. Städte dieser Größenordnung erreichten im Gesamtdurchschnitt die Note 3,8.

Im vergangenen Jahr haben sich 79 Bürger am Fahrradklimatest beteiligt und im Internet 21 Fragen rund um das Radfahren speziell in Wolmirstedt beantwortet. Besonders lobenswert nannten die Bürger, dass in Wolmirstedt alle Altersgruppen Rad fahren, das Stadtzentrum gut zu erreichen und zügiges Radfahrern möglich ist. Weiterhin schätzen die Radfahrer, dass sie ihre Räder in Bus und Bahn Platz finden.

Radfahrer wünschen sich, Einbahnstraßen auch in der Gegenrichtung zu befahren

Am unteren Ende der Skala, also als äußerst kritikwürdig, empfinden Radfahrer die mangelnde öffentliche Förderung des Radverkehrs, die fehlende Werbung fürs Radfahren und dass öffentliche Fahrräder nicht verfügbar seien. Weiterhin wünschen sich Radfahrer, dass Einbahnstraße in der Gegenrichtung für Radfahrer geöffnet werden. Doch Wolmirstedt hat verstanden.

Die Stadt ist im vergangenen Jahr Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen geworden. Gemeinsam mit 60 weiteren Kommunen will Wolmirstedt als starker Partner von Bund und Land agieren. Radwegekonzepte oder Fördermittelanträge können übergreifend gestellt werden, Erfahrungsaustausch ist möglich. Erster sichtbarer Erfolg ist die Ladestation für Elektrofahrräder (E-Bikes). Die Arbeitsgemeinschaft hat insgesamt 52 solcher Stationen angeschafft, dafür hat das Verkehrsministerium 133 000 Euro Fördermittel gegeben.

Radwegwünsche bereits in Konzepte gesteckt

Weiterhin wurde den Forderungen der Bürger Nachdruck verliehen. Die wünschen sich unter anderem Radwege zwischen Farsleben und Mose sowie zwischen Glindenberg und Magdeburg Rothensee. Beide Trassen sind in die überörtliche Radwegeplanung aufgenommen worden.

Fahrraddiebstahl macht zu schaffen

Doch auch innerhalb der Stadt gibt es Schwerpunkte. Beispielsweise fehlen den Bürgern Wegweiser, auch der Fahrraddiebstahl macht vielen zu schaffen und so manche Straße bietet zu wenig Platz für Radfahrer. Die Stadt ein Radwegekonzept erarbeiten lassen, indem zusammengefasst wurde, welche Strecken dringend für Radfahrer hergerichtet werden müssen. Schwerpunkte sind unter anderem Schulwege, aber auch die Verbindung zu und zwischen den Ortsteilen oder abzusenkende Bordsteine. Das Konzept wird im nächsten Bauausschuss vorgestellt.

Doch auch der Tourismus wird im Radwegekonzept berücksichtigt. Durch Wolmirstedt führt der Aller-Elbe-Radweg, auch der Elbe-Radweg ist nicht weit. Besonders in den Sommermonaten wagen Touristen einen Abstecher in die Stadt, sind auf solchen Touren zunehmend mit dem E-Bike unterwegs. Die Stadt setzt deshalb auf die Schlossdomäne als Standort für die Ladesäule. Dort gibt es viel zu entdecken, das Museum lädt ein, es gibt Eis und auch die Fußgängerzone ist nur einen Katzensprung entfernt.