Feiern

Rogätzer müssen auf ihr Klutturmfest verzichten

Mit einer traurigen Nachricht hat sich jetzt die Vorsitzende der Heimat-und Kulturfreunde an die Öffentlichkeit gewandt: Das Klutturmfest in Rogätz wird in diesem Jahr nicht stattfinden.

Von Hendrik Reppin
Ein etwa fünf Meter langes Modell eines Flosses, wie sie einst auf der Elbe fuhren und in Rogätz anlegten, ist das Kernstück der interessanten Ausstellung im Erdgeschoss des Klutturms.
Ein etwa fünf Meter langes Modell eines Flosses, wie sie einst auf der Elbe fuhren und in Rogätz anlegten, ist das Kernstück der interessanten Ausstellung im Erdgeschoss des Klutturms. Foto: Margitta Häusler

Rogätz - Mit einer traurigen Nachricht hat sich jetzt die Vorsitzende der Heimat-und Kulturfreunde an die Öffentlichkeit gewandt: Das traditionelle Klutturmfest in Rogätz wird nach Informationen von Margitta Häusler auch in diesem Jahr nicht stattfinden.

„Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, wir haben viele Überlegungen angestellt“, so die Vereinsvorsitzende. Der Grund für die Entscheidung, das Klutturmfest nicht zu organisieren, sei der enorme Aufwand gewesen. Auch weiterhin würde es für Veranstaltungen dieser Art hohe Hürden geben, die vom Verein umzusetzen gewesen wären. „Wir habeneinfach nicht das Personal, um all die geforderten Kontrollen an Einlass- und Auslassstellen zu besetzen. Die Vereinsmitglieder sind ja mit ihren Ständen voll ausgelastet.“

Geplant war für den 28. August auf dem Marktplatz von Rogätz sowohl Musik und Unterhaltung, als auch Speisen und Getränke anzubieten. Zwei Anbieter wollten mit Süßigkeiten und Holzprodukten dabei sein, Kinder hätten einen Flohmarkt veranstaltet. Seit vielen Jahren schon wird am Fuße des ehemaligen Wohnturms dieses traditionelle Fest gefeiert. In diesem Jahr wäre es bereits das 18. Mal.

Infektionszahlen steigen wieder an

Vor dem Hintergrund von wieder leicht ansteigenden Infektionszahlen, immerhin stieg die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Börde auf 8,8 an, sei dem Verein aus Rogätz auch das Risiko zu groß. So müssten beispielsweise die Künstler dann nicht mehr unter Vorbehalt, sondern fest gebuchtwerden. Sollte dann schließlich doch noch eine solche Veranstaltung wegen einer veränderten Lage nicht stattfinden können, wäre es eine Katastrophe für einen Verein wie die Heimat- und Kulturfreunde. Gagen müssten möglicherweise gezahlt werden, obgleich keine Einnahmen in die Vereinskasse kämen.

Gedrückte Stimmung herrsche nun im Verein, auch wenn eine Absage schon vor einigen Tagen immer wahrscheinlicher wurde. Schließlich sei das von der Gemeinde Rogätz am vergangenen Wochenende geplante Sommerfest aus den gleichen Gründen abgesagt worden. Völlig umsonst seien die aufwendigen Reinigungsarbeiten, die im Klutturm extra für das Fest vorgenommen wurden, jedoch nicht gewesen. Selbst für Gruppen von bis zu 20 Personen könne der Turm nach vorheriger Anmeldung geöffnet werden. Es bestehe jedoch Maskenpflicht. „Es gibt sicherlich in den nächsten Tagen noch reichlich Ausflugsgruppen oder Feiergesellschaften, die einen Besuch des Klutturms in ihre Planungen mit aufnehmen wollen“, so Margitta Häusler. Im Erdgeschoss könne dabei die neu eingerichtete Ausstellung über die Flößerei auf der Elbe sowie in der ersten Etage eine Ausstellung über den Schiffbau und die Schifffahrt in Rogätz besichtigt werden. In der dritten Etage, dem Rittersaal, sind noch einmal die Geschichten zu einzelnen Häusern nachzulesen. „Zudem erwartet den mutigen Besteiger der oberen Plattform eine großartige Sicht auf die Ortschaft und auf die Mündung der Ohre in die Elbe.“

Jedes Jahr um diese Zeit feiert der von den Heimat- und Kulturfreunden herausgegebene Kalender mit Ansichten von Rogätz seine Premiere. „Der Kalender für das kommende Jahr liegt bereits druckfrisch bei uns vor“,so die Vorsitzende. „In der Gärtnerei Rieckhoff ist er schon zu haben." Sowohl Bestellungen für den Kalender als auch Anmeldungen für Klutturmbesichtigungen können unter 039208/24533 vorgenommen werden.