Landkreis Börde

Sachsen-Anhalt fördert Zukunftstechnologien

Fördermittel für Barleben: Horiba FuelCon´erhält 2,87 Millionen Euro für ein Kompetenzzentrum für Batterien und Brennstoffzellen

Barleben l So fördert das Land den Aufbau eines Kompetenzzentrums für Brennstoffzellen und Batterien mit 2,87 Millionen Euro. Das geht aus einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums vom Montag hervor. Das Barleber Unternehmen „Horiba FuelCon“ investiert derzeit rund 30 Millionen Euro in ihren Standort im Technologiepark Ostfalen (TPO). Bis Ende dieses Jahres soll hier ein neues Werk fertiggestellt sein und dieses in den kommenden Jahren zum „Globalen Kompetenzzentrum für Brennstoffzellen und Batterien“ mit bis zu 250 neuen Arbeitsplätzen ausgebaut werden. Das Ministerium unterstützt den Aufbau des Kompetenzzentrums mit Fördermillionen aus der Investitionsförderung, der sogenannten Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

„Wir setzen in Sachsen-Anhalt gezielt auf Zukunftstechnologien. ‚Horiba FuelCon’ stärkt mit dem Kompetenzzentrum nicht nur den Automotive-Standort im Norden Sachsen-Anhalts nachhaltig, das Unternehmen schafft in seinem neuen Werk auch hochwertige Arbeitsplätze und wird eng mit den Forschungseinrichtungen vor Ort kooperieren,“ wird Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) zitiert. Durch engere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft sowie passgenauer Wirtschaftsförderung habe sich Sachsen-Anhalt zu einem attraktiven Standort für nationale und internationale Investoren wie die Horiba-Gruppe entwickelt. „Diesen Kurs wollen wir konsequent fortsetzen und Sachsen-Anhalt weiter zu einem Land der Zukunftstechnologien entwickeln“, erklärte Willingmann weiter.

Nach Angaben von „Horiba FuelCon“ wird das neue Werk über eine Produktionsfläche von 7000 Quadratmetern verfügen. Zudem entsteht ein neues Bürogebäude. Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten beendet sein und der Einzug in die neue Betriebsstätte erfolgen.

„Seit über 20 Jahren entwickelt die ‚Horiba FuelCon’ Testsysteme für die Energie von morgen und hat so die Entwicklung von nachhaltiger Energieerzeugung und -Bereitstellung aktiv gestaltet“, erläuterte Unternehmensgeschäftsführer Ingo Benecke und fügte hinzu: „Mit der aktuellen Transformation der Automobilindustrie hin zu elektrischen Antrieben ergebe sich für unsere Testlösungen weltweit eine so massive Nachfrage, dass wir mit der neuen Factory den Anforderungen des Marktes begegnen können und darüber hinaus auch unserer Verantwortung als Globales Kompetenzzentrum für Brennstoffzellen und Batterien innerhalb der Horiba-Gruppe gerecht werden.“ So sieht Ingo Beneke den neuen Standort auch als Investition in die Zukunft. „Wir sind stolz, dass uns das Land bei der Realisierung tatkräftig unterstützt.“

Außerdem ist der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur geplant. Dafür soll unter anderem ein großer Tank gebaut werden. So hatte der Geschäftsführer bereits vor gut einem Jahr erklärt, dass künftig immer wieder entsprechende Fahrzeuge das Flüssiggas anlieferten.

Der weltweite Wandel der Automobilbranche hin zur Elektromobilität sorgt bei dem Anlagenbauer für massiven Aufschwung. Das Unternehmen ist seit 20 Jahren auf Testlösungen für Batterie- und Brennstoffzellen spezialisiert und eigenen Angaben zufolge Pionier in diesem Bereich. Die gesteigerte Nachfrage sowie die Rolle als weltweites Kompetenzzentrum für Brennstoffzellen und Batterien innerhalb der Unternehmensgruppe sorgten seit Monaten für ein starkes Wachstum der Horiba-Tochter. Zu den Kunden gehören unter anderem BMW, Daimler, VW, Audi und Hyundai.

Neben dem Kompetenzzentrum von „Horiba FuelCon“ soll im TPO bis Ende 2023 auch ein neues Forschungszentrum der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg entstehen. Im „Center for Method Development“ (CMD), das mit mehreren Prüfständen ausgestattet wird, soll künftig an umweltverträglichen Antriebssystemen geforscht werden. Für das CMD stellt das Landeswirtschaftsministerium der Universität insgesamt 31 Millionen Euro bereit.

„Mit dem Forschungszentrum werden künftig nationale wie internationale Unternehmen aus der Automobil- und Zulieferindustrie kooperieren können – das wird die Attraktivität des Standortes noch einmal heben und könnte weitere Unternehmensansiedlungen nach sich ziehen“, erklärte Willingmann dazu. Bereits im Technologiepark ansässig ist neben dem Institut für Kompetenz in AutoMobilität (Ikam) auch dem Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg.

Im Sommer 2020 hatte der Wirtschaftsminister den Technologiepark Ostfalen mit seinen attraktiven Entwicklungsperspektiven im Rahmen der Standortmarketing-Offensive der Investitions- und Marketinggesellschaft als „Zukunftsort“ ausgezeichnet.