Wolmirstedt l Noch rumpeln Fahrzeuge über die Straße Am Amtstor, ruhiges Fahren fühlt sich anders an. Die Fahrbahn ist gewölbt, das alte Pflaster teilweise beschädigt, kleinteilig, die Straße wirkt wie aus der Zeit gefallen. Das sollte sich eigentlich schon im Sommer ändern, ein neuer Belag sollte her, nun ist der Baubeginn in den Herbst verschoben. Zuvor mussten Absprachen mit der Denkmalbehörde getroffen werden, denn an der Zukunft dieser Straße schieden sich die Geister. Da sie weitgehend zum Ensemble der Schlossdomäne gehört, mit der Amtsbrücke und der Ohrepromenade eine Einheit bildet, soll sie sich auch künftig in das historische Bild gut einfügen.

Andererseits wird die Straße viel genutzt, von Fahrradfahrern, die von und nach Elbeu, in ihre Gärten in der Demokratenbreite oder an der Ohrepromenade entlangradeln möchten, aber auch von Autofahrern, insbesondere auch von Besuchern der Sportveranstaltungen im Küchenhorn. Für diese Funktionen hätte eine glatte Oberfläche klar die Nase vorn.

Behörden haben sich geeinigt

Nun haben sich die Denkmalbehörde und die Stadtverwaltung auf einen Kompromiss geeinigt. Der sieht vor, dass die Straße mit Asphalt belegt wird. Hingegen wird in den beiden Torzufahrten zur Schlossdomäne das bereits vorhandene Material wieder eingefügt. So wird die Straße angenehm befahrbar, der Domänenbereich wirkt weiterhin wie aus alter Zeit. Die Kosten sind genauso hoch, wie für die ursprüngliche Variante, eine gepflasterte Straße, sie werden mit 245.000 Euro beziffert.

Im Zuge der Bauarbeiten wird außerdem der Gehweg erneuert. Der bekommt Betonsteinpflaster mit einem Naturvorsatz. Das heißt, der Stein ist aus Beton gefertigt, die oberste Schicht besteht aus Naturstein.

Neue Lampen werden gesetzt

Auch die alten Lampen werden abgebaut und eingelagert, dafür werden am Gehweg drei neue gesetzt. Die Baum-Strauchhecke an der Straße wird erhalten, alte Mauerreste müssen weichen. Eingeschlossen in die Bauarbeiten wird auch die Kreuzung zur Damaschkestraße, die derzeit ungünstige Kurvenradien aufweist. Die Treppe Richtung Jungfernstieg wird mit einer elf Meter langen Fahrradschiene ergänzt. Auch der Straßenuntergrund wird neu.

Die Straße gehört zum Wolmirstedter Sanierungsgebiet, deshalb fallen keine Straßenausbaubeiträge für Anlieger an. Während der Bauarbeiten wird die Straße voll gesperrt.

Stadträte müssen zustimmen

Der Stadtrat muss dem geänderten Ausbaubeschluss noch zustimmen, der tagt am 27. Juni. Stimmen die Räte zu, kann die Verwaltung Angebote einholen und das könnte zu einer echten Zitterpartie geraten. „Ich hoffe, dass sich Firmen finden“, macht Rathausverantwortliche Simone Heiß die prekäre Situation deutlich. Derzeit gibt es überall im Land große Baustellen, Baufirmen sind gebunden, hinzu kommt der allseits bekannte Fachkräftemangel. Noch aber ist die Hoffnung groß, dass im Herbst die Baufahrzeuge Am Amtstor anrücken werden.