Barleben l Ein solches Ereignis steht wahrscheinlich nicht allzu oft auf dem Tagesprogramm eines Pfarrers. Während des Festes zum 25. Geburtstag des Barleber Schützenvereins hat Johannes Könitz die neue Kanone des Festungs- und Sanierungsvereins Ravelin 2 aus Magdeburg geweiht. Unterstützung hatte er von einem „sehr gewichtigen Mädchen“, wie sie die Barleber Schützenfreunde nennen. Die Rede ist von „Bärbel“ – der vereinseigenen Kanone. Ohne sie wäre die Weihe von „Luise“ – der neuen Ravelin-Kanone – gar nicht möglich gewesen.

Bevor eine neue Kanone nämlich zum Einsatz kommen darf, muss sie im Beisein einer bereits geweihten Kanone geweiht werden. So will es die Tradition. Deshalb hat der Magdeburger Festungs- und Sanierungsverein Ravelin 2 sein neues Geschütz extra nach Barleben gebracht.

Die beiden Kanonen wurden nebeneinander aufgestellt, in der Mitte vor ihnen positionierte sich Pfarrer Könitz. Gegenüber von ihm stellte sich wiederum ein Vertreter des Kreisschützenmeisters mit einer Fahne auf, die er erst zur einen, dann zur anderen Kanone neigte. „Der Geweihte erhebt die Stimme, dann der Nicht-Geweihte und die Fahne vermittelt“, veranschaulicht Johannes Könitz die Prozedur.

Die Weihe der Kanone, erklärte er gegenüber der Volksstimme, widmete er dem Gedenken an den Frieden: „Wir segnen die Menschen, die sich unter dieser Fahne sammeln – Schützenbrüder und Schützenschwestern“, begann der Pfarrer seinen Weihspruch. „Möge der Donner ihrer Stimme Frieden künden und nie Krieg – möge sie zur Einigkeit rufen“, lautete eine weitere Passage.

„Bärbel“ ist übrigens bereits 15 Jahre alt und wird von den Barleber Schießsportlern gehegt und gepflegt. Zum Einsatz kommt sie nicht nur bei Feierlichkeiten wie dem jährlichen Schützenfest. Beispielsweise auch beim Volkstrauertag werden Schüsse aus der Kanone abgefeuert – im Gedenken an die im Krieg Gefallenen und im Zeichen des Friedens.