Wie es zum neuen Spielplatz kam

23. Juni 2017: Sturmtief Paul zieht auch über die Gemeinde Niedere Börde und lässt im Klein Ammensleber Bürgerpark mehrere große Bäume umstürzen. Einer davon landet auf dem Spielgerät, von dem danach nur noch „Kleinholz“ übrig ist. Die Kombination aus Rutsche und Schaukel – oder was davon übrig ist – wird aus Sicherheitsgründen entfernt.

August 2017: Daniela Lehmann, Frauke Gerecke, Andrea Spereiter, Jeannine Schmidt und Christa Vorreiter fangen an, Klinken zu putzen und Spenden zu sammeln. Sie haben ein Spielgerät ins Auge gefasst, das 5000 Euro kosten soll wissen aber noch nicht, ob sie genug Geld zusammenbekommen können.

Dezember 2017: Die Spendensammlerinnen sind guter Dinge, ihren Plan wie gewünscht umsetzen zu können. 7000 Euro haben sie bereits zusammen, die neue Kombination aus Rutsche und Kletterturm ist bereits bestellt.

März 2018: Der Termin für die Spielplatzeröffnung steht: Mitte April soll es soweit sein. Mit den gesammelten 8252 Euro konnten die fleißigen Klein Ammensleberinnen nicht nur das gewünschte Spielgerät mit Rutsche und Schaukel bestellen, auch eine Tischtennisplatte und eine Wippenkombination für vier Kinder war noch möglich. In dieser Woche sollen die letzten Spielgeräte aufgestellt werden.

Klein Ammensleben l Was lange währt, wird endlich gut, sagt man. Im Fall des vom Sturm zerstörten Spielgeräts im Bürgerpark in Klein Ammensleben dauerte es aber gar nicht so lange, bis das Problem beseitigt war. Grund dafür ist das unermüdliche und uneigennützige Engagement von Frauke Gerecke, Andrea Spereiter, Jeannine Schmidt, Daniela Lehmann und Christa Vorreiter. Die vier Klein Ammensleberinnen haben seit geraumer Zeit bereits Klinken geputzt, um Spenden für den Spielplatz zu sammeln.

Am Freitagnachmittag wurde dann der Spielplatz im Bürgerpark endlich eingeweiht. Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen schnitten Daniela Lehmann und Ortsbürgermeister André Baars das Absperrband rund um das neue Spielgerät durch.

Engagement gelobt

Der Ortsbürgermeister war voll des Lobes über das Engagement der fünf Damen und sprach sie direkt an: „Ohne euch gäbe es keinen neuen Spielplatz. Am Ende war alles mehr Arbeit als am Anfang gedacht, aber ihr habt eine großartige Leistung vollbracht.“ Daniela Lehmann, Frauke Gerecke, Andrea Spereiter, Jeannine Schmidt, und Christa Vorreiter sehen das pragmatisch: „Allein hätten wir das gar nicht schaffen können. Wenn uns nicht diverse Firmen und Privatpersonen mit Geld unter die Arme gegriffen hätten, würde es auch jetzt keinen neuen Spielplatz hier im Bürgerpark geben.“

Bilder

Der Grund: Die Kassen der Gemeinde Niedere Börde, zu der Klein Ammensleben gehört, sind nur spärlich gefüllt. Obwohl der Haushalt in diesem Jahr ausgeglichen ist, sind Ausgaben wie für Spielplätze nicht möglich. Diese zählen als freiwillige Aufgaben, die Kommunalaufsicht hat ein strenges Auge darauf. Bürgermeisterin Erika Tholotowsky sagte am Rande der Eröffnung: „Was die Damen hier auf die Beine gestellt haben, ist einfach nur beeindruckend.“ Die Gemeinde konnte zwar kein Spielgerät anschaffen, kommt aber für die Abnahme durch den TÜV und die Wartung in den kommenden Jahren auf. „Für diese Unterstützung auch die organisatorische Hilfe bedanken wir uns ganz herzlich“, sagt Daniela Lehmann.

Schon einmal Spenden gesammelt

Die Spender, durch deren Geld der neue Spielplatz finanziert worden war, hatten die Damen am Freitag zur Eröffnung eingeladen. Nach dem offiziellen Durchschneiden des Absperrbandes konnten sich alle Besucher an Kaffee, Kuchen und kalten Getränken laben. Unter den Besuchern war auch Maik Spereiter von der Kreissparkasse Börde, der auch in Klein Ammensleben wohnt. Das Geldinstitut hatte mit einer Zuwendung in Höhe von 2500 Euro zum Gelingen des Projekts „neuer Spielplatz“ beigetragen. „Bei so viel Engagement waren wir schnell überzeugt, dass das Geld hier gut angelegt ist“, sagt er.

Ganz perfekt ist der Spielplatz noch nicht, eine Tischtennisplatte und eine Federwippe werden in dieser Woche noch aufgebaut. „Ich hoffe einfach, dass unser Spielplatz dann lange, lange so stehen bleibt. Noch mal müsste ich so schnell keine Spendensammlung haben“, sagt Daniela Lehmann mit einem Augenzwinkern. Sie und ihre Mitstreiterinnen haben einige Erfahrung damit: Bereits 2008 hatten sie Spenden gesammelt für den Spielturm, der im vergangenen Jahr dem Sommersturm zum Opfer fiel.

Die Einweihung war auch ganz nach Daniela Lehmanns Geschmack: Familien hatten sich auf Picknick-Decken im Schatten niedergelassen, Jung und Alt kamen ins Gespräch, genossen den Nachmittag. „So kann es ruhig immer sein“, freut sie sich. Schade sei zwar, dass die großen Bäume 2017 umgestürzt seien und nun weniger Schatten im Park sei, aber der Bürgerpark habe nun wieder eine Chance, auch wirklich ein Platz der Begegnung zu werden.