Wolmirstedt l Langsam lässt Marco Rath das Polizeiauto vor das weiß-rote Absperrband am Spielplatz rollen. Das flattert im Wind und ist fast das einzige, was sich bewegt. Die Schaukel hängt still, die Federwippe hält starr ihre Stellung, im Sandkasten wird kein Körnchen umgedreht. Beinahe gespenstisch ruhig liegt der Spielplatz am Dorfrand Farslebens und momentan ist diese Stille auch gewollt.

Marco Rath ist Regionalbereichsbeamter und zusammen mit Ordnungsamtsmitarbeiterin Monique Pauls zwei Stunden unterwegs. Beide fahren 25 Orte in Wolmirstedt ab und kontrollieren, ob das Kontaktverbot eingehalten wird. Menschen sollen nur zu zweit unterwegs sein, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Ausgenommen sind Familien, die ohnehin zusammen wohnen. An der ersten Station, in Farsleben, ist alles ruhig. Nur eine Frau kommt mit dem Hund vorbei, später passiert ein Jogger den Weg.

„Die Leute verhalten sich wirklich sehr vorbildlich“, konstatiert Marco Rath, denn ein ähnliches Bild zeigt sich auch an den anderen Straßen und Plätzen.

Gelände verwaist, Türen abgeschlossen

Weiter geht es zum Farsleber Jugendclub „Traktor“. Das Gelände ist verwaist, die Türen abgeschlossen. Damit auch wirklich kein junger Mensch auf die Idee kommt, doch mal schnell in den Jugendclub zu huschen und mit den anderen zusammenzusein, hat die stellvertretende DRK-Geschäftsführerin Sylvia Franke die Schlüssel an sich genommen. Der Farsleber Jugendclub agiert unter dem Dach des Deutschen Roten Kreuzes.

Marco Rath und Monique Pauls stehen indes vor dem Spielplatz in Mose. Auch dort zeigt sich dasselbe Bild: Kein Kind nutzt die Spielgeräte, obwohl das Wetter geradezu zum Spielen mit Freunden einlädt. Das Bild wiederholt sich an allen anderen Kontrollpunkten.

Bürger nehmen Regeln ernst

Die Fäden laufen bei Ordnungsamtschef Dirk Illgas zusammen. Er möchte der Bevölkerung ausdrücklich einen Dank dafür aussprechen, weil die Bürger die Maßnahmen ernst nehmen und das Kontaktverbot einhalten. Die Kontrollen werden weiterhin fortgesetzt. „Wir kontrollieren nicht nur, sondern wollen auch Ansprechpartner sein.“ So können Unsicherheiten der Bevölkerung hinsichtlich der Maßnahmen ausgeräumt werden.

Die Kontaktsperre soll Menschenansammlungen verhindern, damit sich das Coronavirus nicht so schnell ausbreiten kann. Dazu gehört auch, dass die Schulen und Kindergärten weiterhin geschlossen bleiben, die Vereinstätigkeit ruht, bei Hochzeiten und Trauerfeiern Abstand gehalten werden muss, Geschäfte, die als nicht systemrelevant eingestuft sind, geschlossen bleiben. „Es wird eine lange Probe“, konstatiert Polizist Marco Rath, „aber der Anfang war gut.“