Wolmirstedt l Der Wolmirstedter Stadtpark ist eine Ansammlung von Grün. Ein Weg führt hindurch, ein Denkmal widmete sich dem Ruhm und der Ehre der Helden der Sowjetunion und meint damit diejenigen, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Es gibt eine Bank und eine Fläche, die früher mal ein Sandkasten war, aber schon längst keiner mehr ist. Das war es. Aufhalten mag sich in diesem Park kaum jemand. Es gibt keinen Blickpunkt, kein Spielgerät, dafür den Blick auf die Straße. Nur manchmal nutzen Jugendliche die grüne Umgebung für einen Plausch. Das soll sich ändern. Neue Pläne hat Landschaftsarchitektin Katrin Schube am Freitagabend im Rahmen einer Bürgerversammlung im Schlosskeller vorgestellt.

Das Gute zuerst: „In diesem Park gibt es einen wertvollen Baumbestand“, weiß die Landschaftsarchitektin. Diese alten Bäume sollen unbedingt geschützt werden. Deshalb ist vorgesehen, die Wegführung zu verändern, auch, um den Druck von den Wurzeln zu nehmen. Das hilft beiden Seiten. Die Baumwurzeln werden nicht durch befestigte Wege eingezwängt, der Wegbelag wird nicht mehr durch Baumwurzeln angehoben.

Sträucher sind pflegebedürftig

Neben diesen schönen alten Bäumen gibt es kaum etwas, was das Herz der Landschaftsarchitektin erwärmt. Der Park ist nur von einer Seite barrierefrei zugänglich, die Sträucher sind pflegebedürftig, die Wege desolat. Und auch das Denkmal habe einen würdigeren Rahmen verdient.

Vor allem am 9. Mai kommen hier alljährlich die in Wolmirstedt lebenden Spätaussiedler zusammen. An ihrem Tag der Befreiung legen sie Blumen nieder, erinnern an ihre Großväter und Urgroßväter, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Das Denkmal soll aufgewertet werden, einen Sockel bekommen, der zum Hinsetzen einlädt. Außerdem ist eine andere Bepflanzung links und rechts des Zuweges vorgesehen, Gräser womöglich und Blattschmuckpflanzen mit rötlichen Blättern, die die Farbe des Denkmals aufnehmen.

Einen großen Raum soll ein Spielbereich einnehmen. Der soll nach der Lieblingsvariante in etwa dort entstehen, wo es früher einen Sandkasten gab. Mehrere Spielgeräte - eine Nestschaukel, Sitzhocker und mehr - sollen vor allem Kindern dienen.

Geräte mussten Neubau weichen

Die Spielgeräte des Spielplatzes in der Julius-Bremer-Straße tauchten übrigens im Plan nicht auf. Sie mussten für den Rossmann-Neubau weichen und es hieß immer, sie würden in den Stadtpark integriert. „Wir haben uns jedoch entschieden, neue Geräte anzuschaffen“, erklärte Sabine Bednorz, die im Rathaus für den Baufachbereich zuständig ist. Die Spielgeräte aus der Julius-Bremer-Straße sollen einen anderen Platz bekommen. Welcher das sein wird, ist noch nicht entschieden.

Der Park soll ein Ort der Begegnung werden, Menschen sollen sich darin wohlfühlen, miteinander in Kontakt kommen. Pflanzen und Tiere sind ebenso gern gesehen. Eine Bienenweide und Gehölze für Vögel sind ebenso im Konzept zu finden und sollen das monotone Grün ergänzen, das bisher das Parkbild prägt. Goldregen und Trompetenbaum bringen farbige Blüten ins Bild, ohne die Stadt durch allzu große Pflegebedürftigkeit zu überfordern.

Katrin Schube hatte drei Varianten vorgestellt, sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Wegführung. Besonders in der Lieblingsvariante wird der Bereich zum Nachbargrundstück, der evangelischen Fachschule, durch eine Jahreszeitenhecke begrenzt. Jeder der verschiedenen Sträucher hat in einer anderen Jahreszeit seinen Auftritt, sodass sich immer ein schöner Blickpunkt bietet. Dabei werden die vorhandenen Pflanzen durch weitere Arten ergänzt.

Die Umgestaltung des Stadtparks wurde schon vor längerer Zeit in den Gremien des Stadtrates diskutiert. Dabei wurde immer wieder die Befürchtung geäußert, dass die Spielgeräte durch Vandalismus zerstört werden könnten. Sogar eine komplette Einzäunung war zur Sprache gebracht worden.

Solche Umzäunung wird allerdings in keiner der drei Varianten in Erwägung gezogen. Bürgermeisterin Marlies Cassuhn gab sich optimistisch: „Wir wollen vor Vandalismus nicht einknicken.“