Wolmirstedt l Die Zehngeschosser Wolmirstedts, die fallen sofort ins Auge. Doch wer wachen Blickes durch die Straßen geht, entdeckt viel mehr: Häuser, deren Fachwerk einerseits erhalten ist, andererseits wirkt, als wäre es erst gestern neu errichtet worden, Fassaden, die Türmchen und Figuren tragen, lauschige Mauern, die rotes Weinlaub schmückt. Wer so ein Haus erwirbt und daran bauen möchte, muss die Denkmalschützer fragen. Die sind beim Landkreis angesiedelt und sorgen dafür, dass die Häuser ihre Persönlichkeit behalten dürfen. Meist stehen solche Häuser im Sanierungsgebiet der Stadt und dann hat auch Wolmirstedt ein Wörtchen mitzureden. Ganz im Sinne der historischen Substanz.

„Jedes Haus hat ein Wesen“, sagt Heike Pessel. Die Rathausmitarbeiterin ist für die Angelegenheiten im Sanierungsgebiet zuständig und sieht Dächer, Fenster, Mauern, Türen in die Geschichte eingebettet. „Jedes Haus hat Menschen ein Zuhause gegeben. Ziel einer Sanierung sollte dabei immer sein, dass sich das Haus wieder als das Haus zeigt, als das es einst gebaut wurde.“

Dazu gehört mitunter, dass die Tür erhalten wird, mit Baumaterial und Techniken der alten Zeiten ausgebessert wird, dass die Fenster hölzern sind, ihre ursprüngliche Form behalten, auch wenn sie für heutige Verhältnisse ziemlich klein geraten sind. Oft macht gerade diese Kleinteiligkeit den Charme der alten Häuser aus. „Auch die natürliche Schiefe soll erhalten bleiben“, sagt Heike Pessel. Jedenfalls nach außen hin. Innen können die Bewohner so ein Haus durchaus ihren eigenen Bedürfnissen anpassen, die Auflagen sind längst nicht mehr so streng.

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Ganze Straßenzüge unter Schutz

Das ist derzeit auch bei der Sanierung des alten Klosters gut zu sehen. Das durfte sogar außen ein verändertes Gesicht bekommen, in das Dach sind Gauben eingesetzt. Die alte Berufsschule daneben stammt aus den 60er Jahren und ist viel jünger als das Kloster, das aus von 1732 stammt. Damit beides optisch eine Einheit bildet, bekommt auch die alte Schulküche ein Dach, ähnlich wie das Klosterdach. Das echte Denkmal soll später trotzdem kenntlich sein, deshalb wird der Durchgang zwischen beiden Häusern weggerissen.

In Wolmirstedt sind ganze Straßenzüge voller Baudenkmäler. Dazu zählen die Friedensstraße, das Fischerufer und die Schlossdomäne. Aber auch in der Burgstraße, der August-Bebel-Straße und der Bahnhofstraße sind viele Baudenkmäler zu bestaunen. Meist haben Fördermitteln zur Erhaltung beigetragen.

Außer Häusern können übrigens auch andere Werke Baudenkmäler sein. Dazu zählen der jüdische Friedhof, das Farsleber Kriegerdenkmal oder der alte Speicher in Mose.