Betreuung

Studie zu Kita-Standorten wirft Fragen auf

Die Gemeinde Niedere Börde hat zwei mögliche Standorte für eine geplante neue Kindertagesstätte analysieren lassen.

Von Vivian Hömke

Jersleben l In einer Studie hat die Gemeinde Niedere Börde zwei mögliche Standorte für eine geplante gemeinsame Kindertagesstätte für Groß und Klein Ammensleben sowie Gutenswegen untersuchen lassen. Auf dieser Grundlage sollte der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag eigentlich eine Empfehlung an den Gemeinderat geben, der am 1. März darüber entscheiden soll, wo die neue Einrichtung gebaut werden sollte. Ein Planungsbüro hatte die Gegebenheiten der möglichen Standorte Domäne in Groß Ammensleben und Nachbargrundstück des ehemaligen Schulgeländes in Gutenswegen in der Studie gegenübergestellt. Doch bei vielen Mitgliedern des Hauptausschusses und beim Gesamt-elternkuratorium gibt es noch offene Fragen.

„Die Studie hat uns nicht weitergebracht, wir sollten uns die Standorte nochmal vor Ort angucken. Wir können bei dieser Finanznot keine Fehler machen“, betonte Gerhard Schmidt (CDU). „Wir drehen uns im Kreis“, sagte Volker Niemann (SPD). Auch er sprach sich dafür aus, sich vor Ort gemeinsam ein genaues Bild von den Standorten zu machen. Im Hauptausschuss wurden auf Grundlage der Studie Fragen laut, beispielsweise zur Umsetzbarkeit von eventuell nötigen Baumrodungen sowie bezüglich der untersuchten Fläche in Gutenswegen.

Zur Untersuchung herangezogen wurde in Gutenswegen ein langes, dafür relativ schmales benachbartes Grundstück des ehemaligen Schulgeländes. „Dieses ‚Handtuch‘, das in der Skizze eingezeichnet ist, ist für eine Kindereinrichtung völlig ungeeignet. Es ist unsinnig, das Schulgebäude zu erhalten, nur um es zu verscherbeln und die Abrisskosten zu sparen“, sagte Andreas Leonhardt (Einzelbewerber) mit Blick darauf, dass ursprünglich das gesamte alte Schulgelände als möglicher Standort zur Diskussion stand.

Einen ganzen Fragenkatalog zur Standortentscheidung für die neue Kindertagesstätte brachte auch Stefanie List in Vertretung des Gesamtelternkuratoriums der Niederen Börde mit. „Wir können so noch keine Empfehlung abgeben“, sagte die Vorsitzende. Das Kuratorium, das in der Frage eine beratende Funktion hat, möchte vorher unter anderem wissen, wie beide Standorte im Notfall mit Löschwasser versorgt werden könnten, wie das Parkplatzkonzept jeweils aussehen würde und welche Mehrkosten in Groß Ammensleben wegen des Denkmalschutzes auf der Domäne zu erwarten wären.

Bürgermeisterin Erika Tholotowsky betonte, dass es sich bei der Studie nicht um eine Kosten-, sondern um eine Standortanalyse handele. Die Ausschussmitglieder einigten sich schließlich darauf, beide Standorte noch am heutigen Donnerstag vor Ort zu besichtigen. Auch die Gemeinderatsmitglieder, die nicht im Hauptausschuss vertreten sind, sollten über den Termin informiert werden. Das Elternkuratorium hat zudem zu einer öffentlichen Sondersitzung zur Standortfrage für Montag, 22. Februar, 17.15 Uhr, in den Versammlungsraum in der oberen Etage der Gemeindeverwaltung in Groß Ammensleben eingeladen.