Wolmirstedt.  Als besonderer Gast war dazu auch Landrat Martin Stichnoth (CDU) eingeladen. Gesprochen wurde dabei unter anderem über die Möglichkeiten der digitalen Technik in der Corona-Pandemie.Mitglieder der Fraktion wollen heute im Hauptausschuss der Stadt Wolmirstedt über Videokonferenzen sprechen. Dabei geht es darum, Ausschuss- und Ratssitzungen eventuell online abzuhalten. „Was lag also näher, als einmal die Probe aufs Exempel zu machen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Mike Steffens. Zuvor gab es einige Tests, doch am gestrigen Sonntag war es dann soweit, die Fraktion traf sich zur Premiere am Computerbildschirm – und die Sache lief erstaunlich gut. „Wir hatten zuerst einige Zweifel, ob die Online-Konferenz in Wolmirstedt und den Ortsteilen möglich sein würde“, gibt Mike Steffens zu. „Aber die Probe hat uns von der Machbarkeit überzeugt.“

Interessierte Bürger schalten sich zu

Landrat Martin Stichnoth sieht das ähnlich. „Ich habe mich gefreut, dass ich zu dieser Premiere eingeladen wurde“, sagt er. „Ich bin gern bereit, an Onlinekonferenzen von Kommunalpolitikern teilzunehmen.“

„Wir haben erst kürzlich den Kreisausschuss online gemacht und es haben sich doch tatsächlich 28 interessierte Bürger zugeschaltet.“

Online-Konferenz ist der "kurze Draht"

Martin Stichnoth, Landrat

Schließlich sei dies der ganz kurze Draht zueinander. Ihm sei es zudem wichtig, dass auch Bürger über diese Weise am Prozess der Entscheidungsfindung teilhaben können.

„Wir haben erst kürzlich den Kreisausschuss online gemacht und es haben sich doch tatsächlich 28 interessierte Bürger zugeschaltet“, erzählt er. „Das ist eine gute Sache.“ Stichnoth findet, dass gerade dies eine Möglichkeit sei, um die jüngere Bevölkerung zu erreichen und sie teilhaben zu lassen. „Gerade hier haben wir Menschen, die sich mit den Erfordernissen der digitalen Technik einfach besser auskennen und diese auch nutzen.“ Online-Sitzungen stünden daher der Stadt Wolmirstedt auch ganz gut zu Gesicht. Seine Überlegungen gehen aber noch weiter. Auf Nachfrage der Fraktionsmitglieder sprach er sich auch dafür aus, künftig vielleicht auch Sitzungen live über das Internet zu übertragen, bei denen alle Kommunalpolitiker anwesend seien. Das wäre dann eine Präsenzveranstaltung, die aber den Bürgern quasi frei Haus geliefert werde. „Ich könnte mir vorstellen, dass das gut ankommt“, betont er. „Überhaupt sollten so viele Inhalte wie möglich öffentlich ausdiskutiert werden.“ Dem schlossen sich die Fraktionsmitglieder einhellig an. „Das ist genau der Grund für unseren Antrag, der im Hauptausschuss besprochen werden soll“, äußert sich Mike Steffens. Natürlich sei die Lösung zunächst einmal dafür gedacht, Entscheidungen bei Corona-Beschränkungen treffen zu können. Allerdings müsste in der Zukunft auch keine Sitzung mit einer nur kleinen Tagesordung vertagt werden. „Die jeweiligen Ausschuss-Mitglieder könnten Themen per Konferenz besprechen und sich darüber verständigen, ohne dass so eine Sitzung auf später verschoben werden muss, damit eine gewisse Fülle von Punkten erreicht ist“, hebt er hervor. Dabei sei aber auch die Rechtssicherheit zu beachten. Diese werde erreicht, wenn der Stadtrat die von der Verwaltung bereits vorbereitete Änderung der Geschäftsordnung beschließe. Die Debatte dazu ist ebenfalls für den Hauptausschuss vorgesehen.

Möglichkeiten in den Ortsteilen erkunden

An der Videokonferenz der Fraktion nahmen übrigens auch die Ortsbürgermeister von Mose und Elbeu teil. Marco Röhrmann (Mose) und Guido Kratzenberg sind Mitglied der KWG Börde. „Die Möglichkeiten einer solchen Online-Sitzung auch in den Ortsteilen zu erkunden, war ein weiterer Punkt, warum wir das alles auf die Beine gestellt haben“, erläutert Steffens. „Schließlich haben wir in Farsleben und Mose in weiten Teilen noch kein modernes Internet.“