Barleben l Wenn der Magdeburger Stadtrat debattiert, können interessierte Bürger die jeweilige Sitzung zeitversetzt im Internet verfolgen. Was in der Landeshauptstadt seit rund dreieinhalb Jahren Praxis ist, könnte vielleicht auch bald in Barleben umgesetzt werden. So schlägt die Gemeindeverwaltung vor, die Treffen künftig aufzuzeichnen und anschließend auf der Videoplattform YouTube der Öffentlichkeit online zur Verfügung zu stellen.

Sie bezieht sich in ihrer Beschlussvorlage auf die Kommunalverfassung des Landes, in der „die Aufzeichnung von Bild- und Tonmaterial im § 52 Abs. 5 KVG LSA durch die Presse oder zur Unterstützung der Gremienarbeit ausdrücklich legitimiert“ werde. Mit ihrem Vorstoß wolle die Verwaltung dem Wunsch nach höherer Transparenz und Bürgerfreundlichkeit entsprechen. „Eine Erweiterung der Informationsbandbreite und die Erschließung neuer Verbreitungsmöglichkeiten trägt dabei der freien Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger und zur Stärkung der Bürgerbeteiligung an kommunalen Entscheidungsprozessen bei“, heißt es in der Beschlussvorlage, die am Donnerstag, 29. September, dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt werden soll.

Die Verwaltung schlägt vor, die Online-Übertragung der Gemeinderatssitzungen zunächst in einem Zeitraum von zwei Jahren zu testen. Im Internet zugänglich gemacht werden solle dabei nur der jeweils öffentliche Teil der Ratssitzungen. „Für die fach- und sachgerechte Aufzeichnung der Sitzungen und die Bereitstellung der für die Veröffentlichung nötigen Daten wird ein Dienstleister beauftragt, welcher die Leistung für den vorgeschlagenen Zeitraum übernimmt“, schlägt die Verwaltung vor. Vor Abschluss der zweijährigen Testphase sollte das Projekt ausgewertet und entschieden werden, ob es dauerhaft fortgesetzt werden soll, heißt es weiter. Die geschätzten Kosten würden sich laut Vorlage für das 24-monatige Projekt auf insgesamt etwa 7200 Euro belaufen.

Der Gemeinderat tagt am 29. September ab 18.30 Uhr im Barleber Gemeindesaal.