Barleben l Der Barleber Liba-Verein „Besser essen. Mehr bewegen“ hat im August sein neues Projekt „Koordination Netzwerk Familie“ gestartet. Andockend an das 2013 entstandene „Netzwerk Familie“ soll die Arbeit fortgesetzt und sollen neue Partner gewonnen werden. Ziel des Projektes ist es, jungen Familien durch praktische Hilfen im Alltag unter die Arme zu greifen, „denn oft fehlen Großeltern/ die Großfamilie in räumlicher Nähe, die unterstützen können“, heißt es in der Projektbeschreibung. Dem demografischen Trend soll so entgegengewirkt und damit die ländlich geprägte Region Börde attraktiver für junge Familien werden.

Ziel ist es auch, regionale Akteure miteinander zu vernetzen und Angebote zu schaffen, mit denen Familien unterstützt werden können. Dazu zählt beispielsweise die Vermittlung von Babysittern über eine gerade gestartete Internetplattform. In speziellen Kursen werden die Babysitter ausgebildet. Des Weiteren soll im Rahmen des Projektes auch ausgelotet werden, inwieweit einkommensschwache Familien, beispielsweise Alleinerziehende, bei der Kinderbetreuung in Randzeiten durch Babysitter finanziell unterstützt werden können.

Förderung wird geprüft

„In Gesprächen mit der Beauftragten für Chancengleichheit des Jobcenters, der Gleichstellungsbeauftragten und des Wirtschaftsförderers des Landkreises Börde wurde festgestellt, dass es derzeit kein relevantes Programm/ keinen Finanzierungstopf gibt, der hierfür genutzt werden könnte“, heißt es in der Projektbeschreibung. Deshalb soll erprobt werden, in welcher Form diese Eltern gefördert werden könnten. Dabei sollen beispielsweise die Fragen geklärt werden, wer überhaupt einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung hätte und in welcher Höhe der Babysitter vergütet wird. Wie Liba-Vorsitzende Evelyn Brämer erklärt, soll im Rahmen des Projektes zudem ein Konzept für einen Kurs erarbeitet werden, mit dem auch Haushaltshilfen ausgebildet werden können.

Das Projekt „Koordination Netzwerk Familie“ wird im Rahmen der Lokalen Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger Heide mit Mitteln aus dem EU-Förderprogramm „Leader“ zu 80 Prozent gefördert. Normalerweise würde der Verein die restlichen 20 Prozent – knapp 2000 Euro – aus eigener Tasche stemmen müssen. Das muss er in diesem Fall aber nicht.

Budget rund 100.000 Euro

Der Landkreis Börde übernimmt die Hälfte der verbleibenden Kosten und unterstützt den Liba-Verein aus eigenen Mitteln mit rund 985 Euro. Den entsprechenden Fördermittelbescheid hat Landrat Martin Stichnoth am Montag zusammen mit Wirtschaftsamtsleiter Danny Schonscheck und Regionalmanager Jan Braunsberger überreicht.

Rund 100.000 Euro stellt der Kreis pro Jahr in den eigenen Haushalt ein, um Vereinsprojekte in dieser Form zu unterstützen. „Das ist einmalig in Sachsen-Anhalt“, erklärt Martin Stichnoth. Oft gebe es bei Projekten zwar eine hohe Förderung, dennoch sei es für viele Vereine eine Hürde, die Eigenmittel aufzubringen, ergänzt Danny Schonschek. Die Unterstützung des Landkreises soll bei der Finanzierung helfen. Bis zu 50 Prozent des Eigenanteils, den Vereine zur Realisierung ihrer Leader-Projekte benötigen, seien förderfähig – maximal jedoch 2500 Euro. Erforderlich ist dabei die Zustimmung der Lokalen Aktionsgruppe.

Restmittel für Vereine

Laut Wirtschaftsamt gibt es im laufenden Haushaltsjahr noch Restmittel zur Unterstützung von Vereinen. Wer Interesse hat, kann sich bei Regionalmanager Jan Braunsberger über Einzelheiten informieren.

Kontakt gibt es per E-Mail an wirtschaft@landkreis-boerde.de. Zur Plattform des Netzwerkes Familie geht es über www.familienservice-rundum.de.