Waldbestände in Sachsen-Anhalt sind stark gefährdet

Seit dem Sommer 2017 liegen die Wälder Sachsen-Anhalts im Epizentrum diverser Schadensereignisse. Die zurückliegenden Jahre wurden geprägt durch eine Anhäufung von folgenschweren Extremwetterlagen. Zahlreiche Waldbestände im Land wurden durch Sturmereignisse, Hitze, Trockenheit und biotische Kalamitäten massiv geschädigt und zu großen Teilen komplett zerstört. Situationen wie diese zeigen besonders deutlich, welche enorme Bedeutung der Entwicklung von anpassungsfähigen, strukturreichen und stabilen Waldbeständen zukommt.

Gerade auch im für die besondere Aktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ausgesuchten Bereich bei Glindenberg sind solche Schadensereignisse und ihre Folgen überdeutlich zu sehen. Speziell darum wurde das Gebiet auch in Vorbereitung des schon lange geplanten Pflanztages dafür ausgewählt. Das ist in Kooperation mit dem Landesforstbetrieb und den vor Ort tätigen Mitarbeitern desselben erfolgt.

Glindenberg l Der stellvertretende Vorsitzende der SDW, Hubertus Hlawatsch, war über den Zuspruch schlichtweg begeistert. Er freute sich über die vielen helfenden Hände, die bei der Aktion mit zupacken konnten. Möglich gemacht hat diese die Volksbank Magdeburg. Seit 2016 gibt es die Aktion Ein Baum für jedes neue Mitglied. „Die 500 jungen Eichen repräsentieren die Menschen, die 2019 und 2020 unserer Genossenschaft beigetreten sind“, sagte Volksbank-Mitarbeiterin Elke Rienau. In Kooperation mit der SDW wurde für die Umsetzung das Waldgebiet bei Glindenberg ausgewählt.

Die Schutzgemeinschaft hatte im Vorfeld ordentlich Werbung für das Vorhaben gemacht, sodass neben der Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) etliche Politiker, Genossenschaftsmitglieder und sogar die „Waldfüchse“ aus der Glindenberger Kindertagesstätte „Kleine Elbstrolche“ mit dabei waren. Das hatte seinen Grund. „Die Waldfüchse stellen eines unserer Projekte dar, die wir mit Kindertagesstätten in Sachsen-Anhalt umsetzen“, erzählte Hubertus Hlawatsch.

Bäume sind in Elbauen heimisch

Die Pflanzaktion sei zudem ein Bestandteil der Wiederaufforstung von massiv geschädigten Waldflächen (Volksstimme berichtete) im Landesforstrevier Elbaue nahe der Ortschaft Glindenberg. „Die heutige Aktion ist bezeichnend für die Notwendigkeit des Waldumbaus in unserem Bundesland sowie die Entwicklung von klimastabilen und zukunftsträchtigen Waldbeständen“, so Hlawatsch Die verwendete Stiel-Eiche eigne sich hervorragend dafür, da sie als robust gelte und sich in den Elbauen ohnehin heimisch fühle.

Hubertus Hlawatsch hob die Anwesenheit der an der Aktion beteiligten vielen jungen Helfer hervor. „Diese soll vor allem die Verantwortung und Fürsorgepflicht unserer heutigen Generationen gegenüber den Wäldern der Zukunft hervorheben“, betonte er. „Nicht zuletzt wird durch derartige Maßnahmen generell das Umweltbewusstsein junger Menschen gestärkt.“ Er habe die Hoffnung, dass gerade die Mitglieder der Waldfüchse das Ergebnis ihres Einsatzes sehen können, wenngleich auch eine Stiel-Eiche gut 180 Jahre brauche, um ein ansehnlicher Baum zu werden. „Das Wachstum können die heutigen Kinder jedoch gut wahrnehmen“, fügte Hlawatsch hinzu.

Kooperation als ein wichtiges Fundament

Die Kooperation zur Umsetzung der generationenübergreifenden Wiederaufforstung zwischen dem SDW mit dem Landesforstbetrieb sowie dem Landeszentrum Wald und weiteren Unterstützern sei ein wichtiges Fundament für das große Vorhaben. Der Waldbau müsse sich künftig – speziell vor dem Hintergrund der fortschreitenden Klimaerwärmung – auf eine Zunahme von Extremereignissen einstellen. „Risiken müssen vermindert und besser verteilt werden“, betonte der Vize-Vorsitzende. „Unsere Bestände müssen daher vielfältiger werden.“

Vor diesem Hintergrund sei die öffentlichkeitswirksame Pflanzaktion – mit der Wiederaufforstung einer Schadfläche im Bereich Glindenberg – ein wichtiger Baustein. „Damit wird ein Zeichen für die Notwendigkeit der Entwicklung von klimastabilen Waldbeständen gesetzt“, hob Hubertus Hlawatsch hervor. Viele ähnliche Aktionen würden dafür sorgen, dass die Zielsetzung am Ende auch erreicht werde.