Wolmirstedt l Schummerlicht, Schmalzkuchenduft, Weihnachtsmusik, Kinderkarussells und Bühnenprogramme - will Wolmirstedt auf all das in der Adventszeit verzichten? „Nicht ganz“, sagt Bürgermeisterin Marlies Cassuhn, „aber es wird keinen Adventsmarkt geben.“

So ein Markt müsste entweder räumlich sehr weit auseinander gezogen werden oder die Veranstalter müssten die Besucherzahl begrenzen und folglich permanent kontrollieren. Beide Varianten hat die Stadt abgewählt. Stattdessen haben sich Veranstalter coronakonforme Alternativen überlegt und es zeigt sich, dass fast alles, was bisher zum Adventsmarkt gehörte, auch in diesem Jahr angeboten wird. Nur anders.

1. Advent

Der Kanuverein lädt in diesem Jahr für Sonnabend, 28. November, ans Elbeuer Bootshaus ein. In der Zeit von 14 bis 18 Uhr wird es dort Grünkohl, Würstchen und Glühwein geben, Feuerschalen sorgen für heimeliges Ambiente. „Alles, was wir sonst auf dem Adventsmarkt im und am Zelt anbieten, finden die Besucher diesmal am Bootshaus“, sagt Lutz Neumann vom Kanuverein. Und mehr.

Wer laufen möchte, kann beim Einzelzeitlaufen um eine Bestzeit wetteifern oder einfach nur deshalb laufen, weil es Spaß macht. Ab 14 Uhr bis zum Dunkelwerden wird es alle 30 Sekunden am Bootshaus einen Start geben, sodass die Läufer den Abstand wahren können. Kinder laufen 900 Meter auf dem Kanal, wer 14 Jahre und älter ist, wird auf die 2500-Meter-Strecke geschickt. Anmeldungen sind möglich, aber wer spontan mitmachen möchte, ist gerne gesehen.

In der Katharinenkirche gibt die Neuapostolische Gemeinde am 28. November um 17 Uhr ein Konzert. Das gehört alle zwei Jahre zum Vorweihnachts-Repertoire und soll auch in diesem Jahr nicht gestrichen werden. „Es wird nicht der ganze Chor auftreten“, sagt Verantwortlicher Jan Petereit, „aber eine Chorgruppe, Solisten und Instrumentalisten werden zu hören sein.“ Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, wer Interesse hat, möge sich an die Gemeindemitglieder wenden.

Das Bürgerhaus öffnet am Sonntag, 29. November, die Türen. Die Vereine präsentieren sich, es gibt Kaffee und Kuchen, Töpferwaren und Musik. Bürgerhausbesucher erleben das Angebot der vergangenen Jahre, in abgespeckter Form.

Im Lustgraben wird es in diesem Jahr keinen eigenen Adventsmarkt geben, wie in den vergangenen Jahren, aber die Bewohner wollen den Advent trotzdem ins Bewusstsein rücken, die Vorweihnachtszeit sichtbar machen. „Wir wollen unsere Straße mit bunten Schirmen überspannen und weihnachtlich schmücken“, verrät Bewohnerin Kathleen Schladitz. Diese Form der Dekoration hatte die Besucher im vergangenen Jahr begeistert, viele hatten im Vorfeld Regenschirme gespendet.

„Wir möchten aber auch alle anderen Bürger dazu aufrufen, es diesmal mit dem Dekorieren richtig zu übertreiben“, sagt die Organisatorin, „dann macht es Spaß, in der Stadt spazieren zu gehen.“ Sie hofft, dass sich auch in anderen Straßen Menschen zusammenfinden, die den Advent mit viel Licht und Dekoration zelebrieren. Kerzen und Feuerschalen, Schleifen oder geschmückte Bäume können an vielen Orten eine schöne Adventsstimmung zaubern. Wer diese Idee aufgreifen möchte, kann sich gern an die Volksstimme wenden, damit wir den Ort bekannt geben können.

Bisher haben die Lustgrabenbewohner den Erlös ihres Marktes stets für einen guten Zweck gespendet. Auch in diesem Jahr gibt es schon eine Idee, aber die muss noch reifen.

2. Advent

In der Innenstadt soll es am 5. und 6. Dezember einen Markt der Ideen geben. Beispielsweise können sich pfiffige Kreative im ehemaligen Rossmann-Geschäft präsentieren. Der Laden gegenüber dem Rathaus steht immer noch leer und kann am zweiten Advent mit Leben gefüllt werden. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, aber Ideen sind im Rathaus gerne gesehen.

Auch auf dem Wochenmarkt soll die Adventszeit erlebbar sein. Die Groß Ammensleber Theatergruppe sowie zwei Leierkastenspieler sind angefragt. Ein Schmalzkuchenstand ist erwünscht, aber noch nicht gefunden. Die Kitas werden wieder die Weihnachtsbäume in der Fußgängerzone schmücken.

„Vieles ist noch im Fluss“, benennt Bürgermeisterin Marlies Cassuhn den Planungsstand und hofft, dass die Innenstadt den Bürgern eine schöne Adventszeit bietet.

3. Advent

Die beliebte Aktion „Advent in den Höfen“ wird es in diesem Jahr nicht geben, trotzdem müssen Interessenten nicht auf einen gemeinsamen Spaziergang durch die Stadt verzichten. Das Museum lädt für Sonntag, 13. Dezember, zu einer Glühweinwanderung ein. „Wir wollen durch die historischen Straßen Wolmirstedts ziehen und Geschichten der Bewohner erzählen“, verrät Anette Pilz. Hier und da soll Musik erklingen, es gibt Schmorwurst, Glühwein und andere weihnachtliche Besonderheiten. Die Museumsleiterin ist sich sicher: „Wir können die Adventszeit nicht ausfallen lassen.“

Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, viele Veranstalter haben noch nicht endgültig entschieden. Planungen sind generell schwierig geworden, weil sich die Corona-Bedingungen permanent ändern. Keine der Veranstaltungen ist bis ins letzte Detail festgezurrt, Veranstalter müssen damit rechnen, dass im letzten Moment alles abgesagt werden kann. Doch Jan Petereit vom Chor der Neuapostolischen Kirche spricht wohl für alle: „Wir wollen unbedingt wieder dabei sein.“