Wolmirstedt l Die Gewerbetreibenden in den Geschäften sind über die nun von der AWG angekündigten Tätigkeiten im Grunde recht erfreut. Allerdings finden viele von ihnen, dass die Aktion etwas spät kommt – und das erst nach etlichen Beschwerden beim Vermieter.

Der Schnee taut im Schein der Sonne langsam vor sich hin und es bilden sich Pfützen in den Eingangsbereichen der Geschäfte. „Beim Blick auf die Schneehaufen und das Wasser kommen mir aber auch Bedenken“, sagt Anita Lehmann, die in dem Geschäftshaus ein Blumengeschäft betreibt.

Sie befürchtet, dass das Tauwasser bis in die Räumlichkeiten vordringt. „So ein Erlebnis hatte ich schon vor Jahren, als ein plötzlicher Platzregen alles geflutet hat“, erzählt sie. Seinerzeit hatte die AWG blitzschnell reagiert und die Lage in wenigen Stunden gerettet. Das will die Selbständige aber möglichst nicht noch einmal erleben.

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Die Inhaberin der Rathausapotheke, Heike Fuldner-Moser, erinnert sich noch gut an die seinerzeitige Situation zurück. „Ich stand damals barfuß im Wasser und wir haben gegen den Einbruch der Flut gekämpft“, sagt sie.

Ihre Befürchtungen hat sie inzwischen auch der AWG mitgeteilt. Diese hat reagiert, und die Schneeberge vor der Apotheke beräumen lassen. „Als das Schneechaos über uns hereingebrochen ist, war der Haupteingang zugeweht und wir haben ihn selber wieder freigemacht“, bringt die Apothekerin vor. Die Kunden konnten zunächst einmal nur über den Seiteneingang in die Geschäftsräume gelangen. Jetzt betrachtet sie die Sache schon etwas gelassener.

Marion Fricke, Inhaberin des Geschäfts „Mode by Paula M“ legt ebenfalls selber Hand an. Sie greift zum Schneeschieber und beräumt den Platz vor den Schaufenstern. „In Zeiten des Corona-Lockdowns habe ich zwar nicht geöffnet“, erzählt sie. „Aber die Fenster dekoriere ich trotzdem. Die Kunden können dort meine Angebote sehen und sie bestellen.“ Durch Schnee und Matsch werde sich aber kaum jemand quälen, um die Angebote in Augenschein zu nehmen.

Die Gewerbetreibenden haben durchaus Verständnis für die außergewöhnliche Situation. „Es ist klar, dass bei solchen Schneemassen nicht sofort alles beräumt sein kann“, sagt Anita Lehmann. „Aber sehen wollen wir ein paar Tage später schon etwas.“ Schließlich werden entsprechende Kosten von der AWG auf die Mieter umgelegt. „Nach nunmehr einer Woche seit dem Schneefall, sollte man die Sache schon in den Griff bekommen haben“, äußert sich Marion Fricke. „Es kann doch nicht sein, dass ich noch am Freitag selber tätig werden musste.“

Steffen Mairose vom Vorstand der AWG zeigt Verständnis. „Zunächst einmal muss man die außergewöhnliche Situation sehen“, erläutert er. „Wir waren sicherlich vorbereitet, aber das Ausmaß der Schneefälle war schon enorm.“ Außerdem bringe es nicht viel, den Schnee auf die Berge auf der August-Bebel-Straße zu schippen. „Diese Berge müssen wohl weggefahren werden“, stellt er fest. Das treffe auch auf den Zentralen Platz zu, auf dem sich der Pavillon mit dem „Käffchen“ befindet.

Die AWG habe daher noch einen zweiten Winterdienst verpflichtet. Letztendlich seien aber auch noch andere Objekte in der Region von Schnee freizuhalten. „Wir haben den Gehweg an einem weiteren Haus in Wolmirstedt geräumt und der Schneepflug hat alles wieder zugeschoben“, berichtet Steffen Mairose. Letztendlich sollen die bereits genannten Schneeberge nun langsam verschwinden. Dafür sollen drei Multicars zum Einsatz kommen. „Wenn es langsam taut, dann ist das sicher kein großes Problem“, schätzt er ein.

Erste Taten auf die Ankündigung hin waren schon am Freitag zu sehen. So wurden Schneehaufen vor der Apotheke beräumt und die Hausmeister waren mit der Schneeschippe in der Hand unterwegs, um die Wege rund um das Gebäude am Zentralen Platz freizumachen. „Priorität hat, den Schnee von den Geschäften der Gewerbetreibenden weg zu bekommen“, betont Steffen Mairose.