Wolmirstedt l Moderne Wohnungen im Stadtzentrum sind gefragt. Das weiß Gerhard Thiede, Chef der Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft (WWG). Nicht nur Dorfbewohner, die ihr Haus verkaufen möchten, um näher an Ärzten, Schulen oder dem Bahnhof zu sein, suchen Wohnungen in Wolmirstedts Zentrum, auch Bürger, die im Wohngebiet „Deutsche Einheit“ leben, möchten näher an das Zentrum heranrücken. Diesen Wünschen möchte die WWG nun Rechnung tragen. Läuft alles nach Plan, gibt es im Sommer 2016 den ersten Spatenstich für drei neue Häuser.

Auf dem Gelände, auf dem bis 2013 ein langer Fünferblock stand, sollen in gut zwei Jahren drei Stadtvillen stehen. In jeder wird elf Zwei- und Dreiraumwohnungen geben, auf vier Etagen verteilt. „In der oberen Etage besteht die Möglichkeit, eine größere Wohnung einzurichten“, sagt Gerhard Thiede.

Die Wohnungen werden mit Balkonen ausgestattet, die Häuser mit einem Aufzug. Keller bekommen diese Häuser nicht, dafür in der unteren Etage Hauswirtschaftsräume. Der Zugang zu den Häusern wird ebenerdig sein. „Barrierefreies Wohnen ist sowohl für ältere Bürger wichtig als auch für Eltern mit kleinen Kindern“, weiß Gerhard Thiede. In den Bau der drei Stadtvillen investiert die WWG rund 4,5 Millionen Euro. Auch einen Namen gibt es für dieses kleine Wohngebiet schon. Es soll heißen: „An den Ohreauen“.

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Neubau statt Umbau

Schon einmal hat die WWG drei Stadtvillen errichtet, ebenfalls in der Geschwister-Scholl-Straße, in der Nähe des Kreisels zum Bauernweg. Die wurden allerdings aus der Bausubstanz eines alten Fünfgeschossers herausgeschält. Aufgrund dieser Erfahrung hat sich die WWG entschlossen, zukünftig neu zu bauen. „Die technischen Probleme waren größer als gedacht“, sagt Thiede, „außerdem kann der Umbau eines alten Plattenbaus nicht alle Wünsche erfüllen.“ Deshalb sei es auch keine Option gewesen, den langen Fünferblock, Geschwister-Scholl-Straße/Schwimmbadstraße stehen zu lassen. Dessen Tage sind längst gezählt.

Zu den neuen Stadtvillen soll es genügend Pkw-Stellflächen geben, die zwischen den neuen Häusern und der Leibniz-Schule angelegt werden. Womöglich wird auch ein kleiner Spielplatz errichtet.

Die Häuser werden aus Betonfertigteilen gebaut. „Das Projekt ist wiederverwendungsfähig“, sagt Gerhard Thiede. Das heißt, auch an anderen Stellen der Stadt können solche Häuser gebaut werden. Durch den Abriss der Zehngeschosser stehen der WWG genügend leere Flächen in der Nähe des Zentrums zur Verfügung. Sei es direkt neben den neuen drei Villen, in der Julius-Bremer-Straße oder in der August-Bebel-Straße, wo der sogenannte Friedhofs-Zehner gestanden hat. Derlei Pläne sind aber noch nicht ausgereift.

Derzeit verfügt die WWG über fast 1600 Wohnungen. Davon stehen mehrere frei, sodass ab Januar mehr asylsuchende Menschen untergebracht werden.