Wolmirstedt l Vor allem im Innenstadtbereich sowie in der Straße der Deutschen Einheit suchen Bürger manchmal lange nach einem freien Platz. Doch auch in der Innenstadt gibt es Ärger. Über parkende Autos an der Einmündung zur Fußgängerzone, vor dem Regiohotel und der Filiale der Deutschen Bank regt sich Rudolf Giersch seit Jahren auf. Der FUWG-Stadtrat mahnt die Verwaltung immer wieder an, Abhilfe zu schaffen. Bisher ist nicht viel passiert.

Kaum Platz zum Gehen

„Besonders für Menschen mit Rollator oder Kinderwagen ist es oft zu eng“, hat Rudolf Giersch beobachtet. Alle anderen können sich bestenfalls an den parkenden Fahrzeugen vorbeizwängen. Doch optimal ist die Situation auch für Fußgänger nicht. Oft genug müssen Menschen auf die Fahrbahn ausweichen oder die Straßenseite wechseln. Doch auf der anderen Seite fühlt es sich nicht besser an. Der Fußweg vor dem Geschäftshaus, in dem eine Bäcker und ein Fleischer residieren, ist extrem schmal. Menschen, die mit dem Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind, gewinnen dort kaum Boden für die Räder. Wie lässt sich dieses Dilemma lösen?

Da haben sich in den vergangenen Jahren offenbar harte Fronten gebildet. Hotelbetreiber und die Stadt ziehen wohl nicht am selben Strang. Eine große Fläche vor dem Regiohotel gehört dem Eigentümer, dort hat die Stadt nur wenig Einflussmöglichkeiten. Knöllchen können lediglich auf der stadteigenen Fläche verteilt werden und werden auch verteilt. Doch wie verhält es sich mit der Fläche, die zum Regiohotel gehört?

Problem ist bekannt

Hotelbetreiber Philipp Voß weiß, dass es für Fußgänger unangenehm ist, wenn Autos auf dem Fußweg stehen. „Eigentlich stehen sie dort nur zum Be- und Entladen, in den Nachmittags- und Abendstunden.“ Beim Einchecken werden die Besucher darauf hingewiesen, dass sie auf der Schlossdomäne parken mögen. Das ist tagsüber zwei Stunden erlaubt, eine Parkuhr muss im Auto liegen, Parkgebühren sind nicht fällig. Weitere Parkplätze gibt es zu denselben Bedingungen in der Damaschkestraße.

Allerdings möchte Philipp Voß seinen Hotelgästen gern hoteleigene Parkplätze anbieten. Dafür hat er sich bisher an der Stadtverwaltung die Zähne ausgebissen. „Seit drei Jahren versuche ich, Parkplätze für das Hotel auf der Schlossdomäne zu bekommen“, sagt er, „seit drei Jahren wird es mir verwehrt.“ Sein Hotel ist das einzige in der Innenstadt, „aber das scheint niemanden zu interessieren.“ Das Hotel wird auch jetzt, in der Coronazeit, von Geschäftsreisenden und Monteuren genutzt, die ihr Auto gern abstellen möchten, ohne auf Parkzeiten zu achten.

Stadt vergibt keine Parkplätze an Hotel

Warum die Stadt keine Parkplätze ans Hotel abgeben will, war nicht zu erfahren. Hingegen will die Verwaltung dem Parken auf dem Bürgersteig bald einen Riegel vorschieben. Wie das geschehen soll, wird zeitnah beraten. Möglich ist, eine Absperrung zu installieren, das kann ein Blümenkübel sein. Vielleicht genügt aber auch eine Markierung.

Doch es sind nicht nur Hotelgäste, die den Weg versperren. Über den Tag verteilt halten immer wieder Autos vor der Deutschen Bank. Die Kunden wollen „schnell mal“ zum Automaten und stellen sich direkt vors Haus, manchmal sogar vor den Poller, in den Bereich der Durchfahrt durch die August-Bebel-Straße. Die haltenden Autos sind meist schnell verschwunden, stören aber trotzdem.

Rudolf Giersch hofft jedenfalls auf eine schnelle Lösung, zumal seine Familie diese Stelle beinahe tagtäglich passieren muss, zumindest immer dann, wenn der Urenkel in die Kita „Storchennest“ gebracht wird.