Jersleber See l Seit zwei Jahren müssen alle Gäste am Jersleber See an Badetagen während der Sommersaison jeweils einen Euro Eintritt zahlen. Das gilt auch für Hunde. Um nicht nur Autofahrer zu Kasse zu bitten – die an Badetagen bisher zusätzlich noch ein Parkticket lösen mussten – lässt die Gemeinde Barleben das Naherholungszentrum nach und nach einzäunen. Ein neuer Zaun mit integriertem Tor steht nun genau auf dem Weg, den Bungalowbesitzer sonst genutzt haben, um zum Badestrand zu gelangen. Mike Brettschneider ist einer von ihnen und regt sich über die Einfriedung auf. „Offenbar sollen die Bungalowbesitzer nächsten Sommer ausgesperrt werden“, vermutet er.

Auf Volksstimme-Nachfrage erklärt Gemeindesprecher Thomas Zaschke, dass bereits im Jahr 2017 mit der Einzäunung des Areals begonnen worden sei und Bungalowbesitzer genau wie alle anderen Badegäste Eintritt zahlen müssten. Mit dem Zaun an der genannten Stelle sei eine Lücke geschlossen worden, heißt es weiter. 2018 habe an gleicher Stelle ein Kassenhäuschen gestanden. Abkassiert werden solle aber auch in Zukunft nur an Badetagen.

Erholungswert rapide herabgesetzt

Dass für das Baden im See Geld verlangt wird, verstehe Mike Brettschneider. „Auf jeden Fall haben wir auch Verständnis, dass man nicht gratis baden oder den Spielplatz nutzen kann. Es kostet alles Geld und man freut sich ja auch über ein schönes Umfeld“, sagt er. Den Zugang an dieser Stelle jedoch zu versperren, halte er für keine gute Lösung. „Durch eine Schließung würde ein Ausschluss der Besitzer der Bungalows erfolgen und der Erholungswert rapide herabgesetzt werden“, kritisiert er.

„Ich denke, dass man vielleicht einen Kompromiss finden sollte, sofern der Zugang dort dicht gemacht werden soll“, ergänzt der Anlieger und schlägt beispielsweise vor, von den Bungalowbesitzern einen Jahresbeitrag zu kassieren, dafür aber den Zugang zum See immer frei zu lassen. Laut Verwaltung solle das Tor außerhalb der zahlungspflichtigen Badetage erst um 22 Uhr abgeschlossen werden.

Kritik an Kommunikation

Kritik äußert Mike Brettschneider auch an der Informationspolitik bezüglich des neuen Zaunes. „Es gab diesbezüglich keine Kommunikation mit den Besitzern der Grundstücke“, sagt er. „Eine explizite Information gab es nicht“, bestätigt Thomas Zaschke. Es habe aber eine Berichterstattung über die Einzäunungspläne im Mittellandkurier und anderen Medien gegeben. „Zudem wurde das Thema ausführlich am Jersleber See diskutiert“, heißt es weiter.