Zerbst l Bereits Ende vergangener Woche wurden in zwei Mülltonnen am Waldfrieden über 650 adressierte Briefe und 70 Zeitschriften gefunden, dazu noch in großem Umfang nichtadressierte Werbung. Das bestätigt Sebastian Opitz, Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost auf Volksstimme-Nachfrage.

Anstatt sie zuzustellen, schmiss ein Postbote die vielen Briefe einfach in die dort befindlichen Tonnen, Spaziergänger entdeckten die Post. „Wir haben alles sichergestellt und noch am selben Tag der Deutschen Post zur weiteren Verteilung übergeben“, sagt Opitz.

Zudem sei auch das Gebiet rund um die Tonnen weitläufig abgesucht worden, um möglicherweise weitere Post aufzuspüren. „Außerhalb der Tonnen haben wir nichts gefunden, sodass wir davon ausgehen, dass keine Briefe oder anderen Sendungen verloren gegangen sind“, informiert der Polizeisprecher weiter.

Gegen Boten wird ermittelt

Gegen den namentlich bekannten 28-jährigen Postboten aus Zerbst wurde inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Der Mann muss sich wegen der Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses verantworten“, erklärt der Polizeisprecher weiter. Wird er verurteilt, droht ihm nach Paragraf 206 des Strafgesetzbuches eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Anke Blenn von der Pressestelle der Deutschen Post informiert weiter zum Fall und bedauert: „Dies ist ein sehr unerfreuliches Ereignis. So etwas passiert leider immer wieder in Deutschland, wenn auch glücklicherweise nicht sehr häufig.“

Die Sendungen seien von der Polizei schnell zur Verteilung freigegeben worden. „Nach unseren Erkenntnissen sind nun alle Briefe und Zeitschriften zugestellt“, sagt Anke Blenn weiter. Der bei der Deutschen Post befristet beschäftigte Zerbster wurde entlassen, berichtet Blenn weiter.