Zerbst l Regelmäßig aktualisiert Dirk Herrmann die Internetseite www.schloss-zerbst.ev.de. „Das ist mir als Informatiker wichtig“, erklärt der Vereinsvorsitzende schmunzelnd. Neben potentiellen Besuchern und historisch Interessierten möchte er vor allem auch die auswärts lebenden Vereinsmitglieder über die aktuellen Entwicklungen am und im erhaltenen Ostflügel der 1945 stark zerstörten Fürstenresidenz auf dem Laufenden halten.

Es ist viel passiert

Denn seit der Gründung des Fördervereins im März 2003 konnten bereits mehrere Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen realisiert werden. Neue Dächer wurden eingezogen, Treppenhäuser rekonstruiert, Gewölbe freigelegt und verschwundene Räume wieder hergerichtet. Zu den bereits vorhandenen kurzen Dokumentationen der einzelnen Projekte gesellt sich nun die anschauliche Gegenüberstellung der Veränderungen in der Bildergalerie. „Diese habe ich überarbeitet und erweitert“, erzählt Dirk Herrmann, wie er damit die Anregung eines Vereinsmitgliedes umgesetzt hat. Eindrucksvoll spiegeln die Fotoaufnahmen wider, was sich innerhalb weniger Jahre getan hat. Schließlich verfolge nicht jeder, was bislang erreicht werden konnte, bemerkt Herrmann.

Detaillierte Einblicke

In Zusammenarbeit mit Dr. Reinhard Koeppe hat er zudem Panoramen erstellt. Neben der Schlossküche im Souterrain haben die beiden vom Appartement von Johanna Elisabeth, der Mutter der späteren russischen Zarin Katharina II., unzählige Fotos von Wänden, Decken und Fußböden gemacht und schließlich aufwendig zu einem 360-Grad-Rundumblick zusammengefügt. Wer mag, kann darüber hinaus die Räumlichkeiten der Fürstin auf einem virtuellen Rundgang erkunden. „Dieser beginnt im Entree-Saal und führt bis ins visualisierte Zedernkabinett“, beschreibt Dirk Herrmann, wie sich nach und nach einzelne Türen öffnen lassen und detaillierte Einblicke gewähren.

Auf diese Weise lässt sich wunderbar die Winterpause überbrücken. Besichtigungen sind erst im späten Frühjahr wieder möglich. Denn bis zum 23. April bleibt der Ostflügel geschlossen. Mit der ersten monatlichen Sonntagsöffnung am 24. April startet die neue Saison, die wie gewohnt mit einigen kulturellen Höhepunkten aufwartet. Das verrät der Veranstaltungskalender für 2016, der ebenfalls bereits auf der Internetseite zu finden ist. Vom Tanzabend in den Weinstuben bis zur unterhaltsamen Literaturstunde bei einer Tasse Tee reicht das Spektrum.

Große Förderung

Auch sonst hat der Schlossverein einiges geplant. Dank einer hundertprozentigen Förderung vom Land über knapp 225 000 Euro kann im nächsten Jahr die nunmehr neunte Sicherungsmaßnahme durchgeführt werden. Im Bereich des Pavillons sollen durch das Einziehen einer oberen Abschlussdecke die bisher erschlossenen Räume vor Witterungseinflüssen geschützt werden.

Unter www.schloss-zerbst-ev.de finden sich neben der Vereinschronik ebenfalls Informationen zu Baumaßnahmen, Veranstaltungen und der Schlossgeschichte.