Zerbst l In Zerbst entsteht ein stationäres Hospiz mit integrierten Räumlichkeiten für die ambulante Palliativversorgung. Gestern fand dazu der erste Spatenstich auf dem Gelände am Breitenstein, unmittelbar zwischen der Kindertagesstätte Zerbster Strolche, der Stadtmauer und dem Wiekhaus statt.

Das neue Hospiz in Zerbst wird in acht Einzelzimmern acht Hospizbetten beherbergen. Zudem sind ein Gästezimmer, Räume für Besucher und für die Trauerarbeit vorgesehen, sowie Räume für die Koordination der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung und den ambulanten Hospizdienst. „Etwa 50 Prozent der Arbeit die unsere Mitarbeiter aufwenden, richtet sich an die Arbeit mit den Angehörigen. Angehörigenarbeit ist enorm wichtig“, erklärt Dr. Anja Schneider, Geschäftsführerin der Anhaltischen Palliativgesellschaft. „Wir rechnen bei einer Acht-Betten-Belegung in Zerbst damit, dass wir im Jahr etwa 100 Patienten hier haben. Dazu kommen etwa 200 bis 400 Angehörige“, so Dr. Anja Schneider.

Die sogenannte spezialisierte Ambulante Versorgung übernimmt die Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft, den ambulanten Hospizdienst der Malteser Hilfsdienst. „Ziel des vernetzten ambulanten und stationären Versorgungsangebotes ist es, dass Menschen dort begleitet werden können, wo sie es wünschen – in der eigenen Häuslichkeit, in einer Pflegeeinrichtung oder im stationären Hospiz“, sagt Schneider.

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Hospizstandort zwischen Kita und Stadtmauer

Mit dem Entwurf des Hospizes wurde die Dessau Architektin Anne Sommer betraut. „Beides sehen - den Himmel und die Erde“, so beschreibt Anne Sommer eines der Ziele der Gestaltung. Raumhohe Fenster sollen diesen Blick ermöglichen. Zudem wird jedes Zimmer zur Terrasse, zum Garten hin geöffnet werden können.

Der Bau des Objektes kostet 1,4 Millionen Euro. „Wir freuen uns über eine Förderung der Deutschen Fernsehlotterie“, sagt Dr. Anja Schneider und ist dankbar, über diese Förderung des Projektes. Konkret geht es um eine Förderung in Höhe von 276 572 Euro. „Der Standort für unser Hospiz hier in Zerbst ist toll“, sagt Dr. Anja Schneider und weist auf die Besonderheiten hin. „Das Hospiz befindet sich mitten in der Stadt, es ist eingebunden in das Leben.“

„Hospiz ist kein Gebäude sondern eine Grundhaltung“, macht Dr. Anja Schneider den zahlreichen Gästen bewusst. Einrichtungsleiterin in Zerbst wird die Lindauerin Yvonne Knamm. Sie arbeitet bereits im Zentrum für Hospiz- und Palliativversorgung in Dessau.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) erinnert sich in seiner Ansprache an seine erste Begegnung mit Dr. Anja Schneider zurück: „Als Frau Dr. Schneider mir damals von der Idee erzählte, waren wir persönlich selbst in einer Situation, für einen Familienangehörigen einen Platz zu suchen. Es kann jeden von heute auf morgen treffen“, sagt er und weist auf die enorme Wichtigkeit der Hospizarbeit hin. „Die Idee, hier ein Hospiz zu errichten, ist auch für das System Stadt wichtig“, so Dittmann weiter.