Tragischer Badeunfall In Zerbst

31-jähriger Vater von fünf Kindern ertrinkt nahe Steutz in der Elbe

Ein Familienvater will eines seiner Kinder aus dem Wasser holen, geht dabei unter und taucht nicht wieder auf. Es beginnt eine dramatische Suchaktion, unter anderem auch mit Tauchern der Zerbster DLRG.

Die Einsatzkräfte der Zerbster DLRG verschaffen sich nach Ihrer Ankunft an der Unglücksstelle nahe Steutz einen Überblick.
Die Einsatzkräfte der Zerbster DLRG verschaffen sich nach Ihrer Ankunft an der Unglücksstelle nahe Steutz einen Überblick. Foto: Lars Borngräber

Steutz - (vs/tr)

Ein Badeausflug an die Elbe nahe Steutz endete am Sonntagnachmittag in einer Tragödie. Wie die Polizeiinspektion Dessau mitgeteilt hat, wollte ein 31-jähriger Mann eine seiner Töchter aus dem Wasser holen, ist dabei untergegangen und nicht wieder aufgetaucht. Die Lage an der Unglücksstelle sei zunächst etwas diffus gewesen.

„Gegen 13.30 Uhr meldete eine Frau der Leitstelle ein Unglück, das sich am Wasser abgespielt haben soll“, teilte Polizeisprecherin Doreen Wendland am Sonntagabend mit. Die Polizeibeamten hätten dann herausgefunden, dass der Ehemann der Anruferin im Bereich Steutz in die Elbe gegangen war, um sein Kind aus dem Wasser zu holen. „Hierbei soll er unter die Wasseroberfläche geraten und nicht mehr aufgetaucht sein. Der 31-Jährige war in dem Bereich mit seiner Frau und den fünf Kindern offenbar zum Baden an die Elbe gefahren“, so die Polizeisprecherin.

Großaufgebot an Rettungskräften sucht nach Vermisstem

Sofort sei ein Großaufgebot an Rettungskräften alarmiert worden. An der Suche beteiligten sich unter anderem Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Aken mit vier Booten, die Zerbster Ortsgruppe der Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) mit Booten und Tauchern sowie Kräfte der Wasserschutzpolizei.

Hinzu kamen zwei Boote der Akener Fähre. Auch ein Polizeihubschrauber und eine Drohne mit Wärmebildkameras kamen zum Einsatz. Das Unglück ereignete sich auf der Zerbster Seite der Elbe. Warum keine Ortwehr aus den umliegenden Gemeinden alarmiert wurde, konnte Doreen Wendland nicht sagen.

Familie wird durch Seelsorger betreut

Die Zerbster DLRG war mit insgesamt elf Frauen und Männern im Einsatz. „Nach gut zweieinhalb Stunden wurde der Vermisste schließlich im Bereich der Unglücksstelle in einer Senke gefunden“, sagt Doreen Wendland. Dem neunjährigen Kind, das der Vater aus dem Wasser holen wollte, sei nichts passiert, so die Polizeisprecherin.

„Wir hatten zwei Taucher im Wasser, die den Vermissten dann schließlich gefunden haben“, sagt Lars Borngräber, Vorsitzender der Zerbster DLRG-Ortsgruppe. Der fünfmalige Familienvater konnte nur noch tot aus der Elbe geborgen werden. „Insgesamt war das natürlich ein schwieriger Einsatz für alle Beteiligten“, so Borngräber.

Die Familie wohnt in Zerbst, kommt ursprünglich aus Afghanistan und hat sich laut Polizei gut integriert. „Nach unseren Informationen ist der Mann Nichtschwimmer gewesen. Die Ehefrau sowie alle fünf Kinder werden seelsorgerisch betreut“, erklärt Wendland.