Zerbst l Ihr letztes Schuljahr und die dazugehörige Abschlussfeier hätten sich die Zehntklässler der Sekundarschule Ciervisti sicherlich anders vorgestellt. Wochenlanges Homeschooling und intensivste Prüfungsvorbereitung liegen nun hinter ihnen. Am Freitagnachmittag konnten sie trotz aller Widrigkeiten im Kreise ihrer Mitschüler, Lehrer und Eltern ihre Abschlusszeugnisse entgegennehmen.

Schulleiterin Kirsten von Mandel und ihr Lehrerkollegium haben sich bemüht, die Zeugnisübergabe so normal wie möglich zu gestalten. „Ich hatte Bedenken, ob wir es schaffen, uns an alle Vorgaben und Corona-Regeln zu halten“, sagte die Schulleiterin in ihrer Rede. Erst Anfang Juni gab es das endgültige Okay für die Feier.

Strenges Hygienekonzept

Aufgrund des strengen Hygienekonzepts fanden nur 172 Personen in der Zerbster Stadthalle Platz. Die geladenen Gäste wurden auf die Eltern der Schüler begrenzt. Die Stuhlreihen wurden so aufgeteilt, dass genügend Platz zwischen den einzelnen Personen war.

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Ein buntes Programm zur Umrahmung der Zeugnisübergabe gab es dennoch. Ian Kirchner aus der Klasse 10 c spielte Melodien auf dem Keyboard und Sietse Sillekens aus der 10 b performte gemeinsam mit seinen Geschwistern und seinem Vater die Lieder „7 years“ und „Hit the road Jack“. Aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr nur instrumental. „Was machen wir nur nächstes Jahr ohne Ian und Familie Sillekens“, bedankte sich Kirsten von Mandel für die musikalischen Einlagen.

56 Absolventen durfte sie im Anschluss in kleinen Gruppen auf die Bühne bitten. 30 Schüler schafften den Realschulabschluss, 26 sogar den erweiterten Realschulabschluss. Ein besseres Ergebnis als im Jahr zuvor – trotz Corona-Krise. „In der Prüfungszeit haben uns die meisten von euch davon überzeugt, dass diese Zeit sich nicht extrem nachteilig auf euch ausgewirkt hat“, zeigte sich Schulleiterin Kirsten von Mandel stolz über das Ergebnis.

Gute Noten

Trotz aller Einschränkungen konnten viele Schüler gute bis sehr gute Noten erreichen. Als Jahrgangsbeste wurde Melissa Stranzenbach aus der 10 b vom Förderverein ausgezeichnet. Sie erzielte einen Notendurchschnitt von 1,2. Ihre Mitschülerinnen Lina Eiserbeck, Pia Fechner, Amy Wehling und Sarah Menz aus der 10 a konnten einen Notendurchschnitt von 1,5 und besser erreichen. Die intensive Prüfungsvorbereitung und das „Rund-um-sorglos-Paket“ hätten sich bezahlt gemacht, merkte Kirsten von Mandel an.

Sichtlich schwer fiel ihr und den drei Klassenlehrern die Übergabe der Zeugnisse ohne Handschlag oder Umarmung. Dennoch gaben sie jedem Schüler motivierende Worte für den neuen Lebensabschnitt mit. Im Anschluss durften sich die Schüler, wie ihre Vorgänger auch, in das Schulausgangsbuch eintragen. Jeder bekam dafür seinen eigenen Stift, um einen direkten Kontakt zu vermeiden.

Nachdem die Sportler des Jahres gekürt worden war, richteten auch die Schüler ein paar Dankesworte an ihre Mitschüler, Lehrer und Eltern. „Egal, aus welchem Land wir kommen, welche Fehler wir gemacht haben oder aus welchem sozialen Umfeld wir stammen – wir stehen hier als große Familie“, sagten die Schüler in ihrer Abschlussrede.

Aufwand zu groß

Auf eine große Abschlussfeier müssen die Schüler in diesem Jahr aber verzichten. Zu groß wäre der organisatorische Aufwand gewesen, sagte Kirsten von Mandel. Ein Gruppenfoto gab es dennoch, um diesen Tag in Erinnerung zu behalten.