Zerbst l 2021 werden gleich mehrere Garagenkomplexe aus dem Zerbster Stadtbild verschwinden. Zum einen betreffen die Abrisspläne die aus DDR-Zeiten stammende Anlage in der Güterglücker Straße. Rund 140 Garagen stehen dort noch in mehreren Reihen, von denen momentan allerdings bereits etwa die Hälfte leersteht. Zukünftig sollen auf der Fläche dann Wohnhäuser entstehen.

Deutlich kleiner hingegen ist der Komplex an der Breiten Straße, der 2021 ebenfalls abgerissen werden soll. „Hier handelt es sich um zwölf Garagen“, informiert Heike Krüger. Wie die Leiterin des Zerbster Bau- und Liegenschaftsamtes auf Volksstimme-Nachfrage mitteilt, befinden sich die zusammenhängenden Gebäude inzwischen in einem ziemlich schlechten Zustand. Vor allem die Rückwände seien marode.

Vertrag läuft Oktober 2020 ab

Den Mietern der einzelnen Garagen wurde inzwischen schriftlich gekündigt. Zum 31. Oktober 2020 läuft ihr Vertrag mit der Stadt Zerbst aus. Bis dahin können sie die Gebäude noch nutzen. Was mit dem frei werdenden Areal geschieht, ist offen. Investitionspläne gibt es derzeit nicht, wie die Amtsleiterin sagt.

Unterdessen fragen sich einige Garagenmieter, wo sie zukünftig ihre Autos abstellen soll – gerade mitten in der Innenstadt, wo erst vor wenigen Jahren im Vorfeld der städtebaulichen Entwicklung des Quartiers „Jüdenstraße“ weitere Garagen abgerissen worden waren. So sind einige nun bereits wiederholt von der Kündigung ihrer Mietgarage betroffen, die sie leer geräumt und in einem verschließbaren Zustand übergeben sollen. Sie wollen ihre Fahrzeuge ordnungsgemäß an sicherer Stelle parken, was den Wunsch nach einer Alternative laut werden lässt.

Parkplatz statt Garagen

Die Garagenmieter, die nicht in der Zeitung genannt werden wollen, haben deshalb einen Vorschlag für die Nutzung des Areals, auf dem die zwölf Garagen noch stehen und früher mal ein Wohnblock stand: Auf der bereits wild beparkten Fläche soll ein befestigter Parkplatz angelegt werden, um das Stellplatzproblem zu lösen.