Über den Verein „Zukunft-Frieden“

Mit dem Selbstbewusstsein, dass Sportler die größte Massenorganisation der Welt sind und dass in ihren Reihen alle Glaubensrichtungen und demokratisch-politischen Gruppierungen vertreten sind, haben die Bitterfelder bereits 2017 „Für Frieden, Demokratie und Toleranz – gegen Fremdenfeindlichkeit“ ein Zeichen gesetzt und sind, durch den Papst verabschiedet, von Rom nach Wittenberg gelaufen. Im Vordergrund stand dabei bereits zum zweiten Mal nicht nur der integrative, sondern auch der inklusive Gedanke, denn zahlreiche Sportlerinnen und Sportler vollbrachten trotz eines körperlichen Handicaps herausragende Leistungen.

Der Lauf von Zerbst nach Sankt Petersburg ist bereits der Dritte. Motto: „Zukunft Frieden - Für Frieden, Demokratie und Toleranz“.

Zerbst. Eine Gruppe von Bitterfelder Sportlern möchte ein Zeichen setzen. Sie wollen 2021 bei einem Lauf für Frieden, Toleranz und Völkerverständigung werben. Sie haben genug von Sprachlosigkeit und Embargopolitik.

„Das geht uns alle an – Frieden, Demokratie, Toleranz, Völkerverständigung. Wir als Sportler haben eine Verantwortung, auch und gerade für die kommende Generation“, ist sich die Truppe einig. „Auf den Spuren von Katharina der Großen wollen wir daran erinnern, dass die Geschichte stets gezeigt hat: ohne Russland kann es keinen Frieden in Europa geben, ja in der ganzen Welt“, betonen die Sportler.

Gespräch im Rathaus

Kürzlich nun waren die Organisatoren bei Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) im Zerbster Rathaus zu Gast. Denn der Lauf, der für maximale Aufmerksamkeit sorgen soll, so der Wunsch der Sportler, soll in Zerbst starten. Über Halle, Magdeburg, Hannover, Hamburg und Rostock an der Küste entlang, über die Hansestädte in Polen, Lettland und Estland geht es nach Sankt Petersburg in Russland – auf den Spuren von Katharina der Großen.

An dem Treffen haben auch Mitglieder Zerbster Sportvereine teilgenommen, unter ihnen Hans Güth vom Turn- und Sportverein Rot-Weiß und Martin Reichel von der Laufgruppe Grün-Weiß 82 Zerbst. „Wir würden uns natürlich sehr über Unterstützung sowohl aus der Stadtverwaltung als auch von den Zerbster Sportvereinen freuen“, sagte Peter Junge, Chef der Bitterfelder Vereins „Zukunft-Frieden“, den die Läufer erst vor wenigen Wochen gegründet haben.

Start am Katharina-Denkmal

Außerdem wünschen sich die Organisatoren, dass auch Zerbster Läufer beim Beginn des Laufes am 5. September 2020 unter den Startläufern sind. Natürlich könnten sich auch Läufer auf der Strecke anschließen. „Dies dürfte kein Problem sein. Es werden sich mit Sicherheit Zerbster finden, die mit an den Start gehen und sich den Friedensläufern für einige Kilometer anschließen“, waren sich Hans Güth und Martin Reichel einig.

Auch Bürgermeister Andreas Dittmann und Kulturamtsleiterin Antje Rohm sagten ihre Unterstützung und Hilfe zu. „Wir feiern 2020 zwei Jubiläen. Zum einen besteht die Sammlung Katharina II. seit 25 Jahren und zum zweiten ist es zehn Jahre her, dass das Denkmal feierlich enthüllt wurde“, sagte der Rathauschef. So sehe er das Denkmal als hervorragenden Ort für den Start des Laufes.

Dittmann: „Ein Vorschlag von mir, den Friedenslauf mit einer kleinen ökumenischen Andacht beginnen zu lassen. So könnte auch ein Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche teilnehmen.“ Außerdem schlug Kulturamtsleiterin Antje Rohm vor, auch den Katharina-Verein für die Startveranstaltung ins Boot zu holen. Dittmann sicherte zu, sich um die Absicherung der Läufer zu kümmern, während sie im Stadtgebiet unterwegs sind.

Friedensglocke wird gegossen

Peter Junge erläuterte, dass an jedem Etappenziel ein Baum gepflanzt werden soll. „Außerdem soll extra für den Lauf eine Friedensglocke – symbolträchtig aus alten Patronenhülsen und Medaillen – gegossen und in St. Petersburg übergeben werden. „Ein weiterer Wunsch ist, dass alle fünf ostdeutschen Ministerpräsidenten die Schirmherrschaft für den Friedenslauf übernehmen“, betonte Junge.

Eine weitere Bitte der Bitterfelder Friedensläufer: „Es wäre natürlich schön und hilfreich, wenn ihr uns bei der Suche nach Sponsoren unterstützen könntet. Die Finanzierung des Projektes ist eine enorme Herausforderung. Vielleicht finden sich ja auch im Zerbster Raum Unternehmen oder Menschen, die sich mit unserem Friedens-Projekt identifizieren und es finanziell unterstützen möchten“, so Peter Junge.

Die erste Etappe der rund 2600 Kilometer langen Strecke des Friedenslaufes von Zerbst nach St. Petersburg führt vom Start, dem Katharina-Denkmal im Zerbster Schlossgarten, über Bornum, Garitz, Thießen, Wörlitz, Bitterfeld, Brehna nach Halle. Der Beginn der Veranstaltung ist für 9 Uhr geplant, der Start des Laufes soll dann gegen 10 Uhr erfolgen.